-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Installationen - 15.08.2018
 Haustechnik / Elektroanlagen / Installationen       


ELEKTROENERGIE FUERS HAUS

Ohne elektrische Energie ist vieles im Leben undenkbar - sie ist unabdingbar für die industrielle Fertigung und sie bestimmt unseren Lebens- und Wohnkomfort. Eine einwandfreie Elektroinstallation zeichnet sich nicht nur durch ihr reibungsloses Funktionieren aus, sondern auch dadurch, dass sich alle Anschlüsse am richtigen Ort befinden. Daher sollte die Planung so individuell wie nur möglich gestaltet werden. Man weiß, dass sich Wohnbedürfnisse im Laufe des Lebens ändern und sollte daher auch zukunftorientiert denken. Jeder Raum sollte genau unter die Lupe genommen werden, welches Gerät wo platziert wird.


Strakstrominstallationen

Der Sicherungs- und Zählerkasten ist bei der Hauptleitung zu platzieren. Dieser muss immer zugänglich sein. Er ist zentrale Stelle aller elektrischen Leitungen im Haus, wo Stromzähler, Hauptsicherungen, FI- Schalter eingebaut sind. Der Einbau durch den Elektriker  beugt etwaige Fehler der ausreichenden Dimensionierung vor. Auch der Blitzschutz kann ein Thema sein. Die Ausführung von Installationsarbeiten darf nur einem Elektromonteur bzw. Montage-Elektriker mit eidg. Fachausweis übertragen werden.

Stromkreise
Folgende Stromkreise sollten bei einer Installation vorgesehen werden:
Je 1 Stromkreis mit 3 Phasen (Drehstrom) für Elektro-Herd (8 - 14 kW), Durchlauferhitzer (zwischen 18 und 27 kW),Warmwasserspeicher bis 150 Liter (6 kW)
Je 1 Stromkreis (Wechselstrom) für Waschmaschine (1,5 - 3,3 kW), Wäschetrockner (2,0 - 3,3 kW), Geschirrspülmaschine (2,0 - 3,5 kW)
Ein  Stromkreis (Wechselstrom) Alarmanlage, Aussenbeleuchtung und Aussenanlagen wie z.B. Garage (bis 2 kW)
Separater Stromkreis für (Wechselstrom) Installationsbus-System (EIB), beispielsweise für Heizung, Lüftung, Alarmanlage

Grundsätzlich sind für die Beleuchtung und für Steckdosen des Hauses je nach Anzahl der Geschosse und Quadratmeter Wohnfläche mindestens folgende Stromkreise (Wechselstrom) zusätzlich einzuplanen: 70 - 100 m2 = 3 Stromkreise,  100 - 125 m2 = 4 Stromkreise, über 125 m2 = 5 Stromkreise

Lichtinstallation und Steckdosen
Lichtauslässe im Decken- und Wandbereich, sowie die dazugehörigen Schalter sind mit dem Fachmann mehrfach durch zu besprechen und zu platzieren. Bei den Steckdosen, lieber eine mehr als eine zu wenig, lautet die Devise, um sich nachträgliche Arbeiten zu ersparen. Die Wahl der Beleuchtung, Einbauleuchten oder Niedervolt, die Position von Fenster und Türen usw., all diese Faktoren spielen bei der Wahl des richtigen Lichts im Wohnraum eine Rolle.
In allen Nasszellen wie Bad/Du/WC sowie der Küche gelten besondere Bestimmungen für den Einbau elektrischer Anlagen..
Dabei sollte die Gartenbeleuchtung nicht vergessen gehen, z.B. Licht bei der Türklingel am Gartentor oder die Wegbeleuchtungen. Bei der Verlegung der Leerverrohrung sollte nicht gespart werden, hier empfiehlt es sich Reserveleitungen einzulegen.

EIB
Die komplexe Haussteuerung der Zukunft wird ohne das Instabus-System EIB (für Europäischer Installations BUS) nicht mehr denkbar sein - soweit die Techniker. Grundlage ist eine elektrische 1-Phasen Stromleitung sowie eine Leitung für die Übertragung elektronischer Befehle, die von vielen kleinen Chips und einem zentralen Rechner gesteuert werden. Doch mit diesem einen, durch das Haus verlegten Adernpaar können praktisch alle Vorgänge im Haus wie Schalten, Steuern, Messen, Überwachen und Informieren realisiert werden.
Doch was heisst eigentlich "Bus"? Die Antwort ist genauso einfach wie die Kompliziertheit der Vorgänge, hinter denen die Operationen stecken. Wie ein Omnibus auf einer Linie verkehrt, können elektronische Befehle diesen "Bus" benutzen, jeder zu seiner Zeit, mehrere gemeinsam und doch jeder mit eigenem Start und Ziel. Auch können sie an Haltestellen auf- und abspringen, so werden beispielsweise Heizung, Klima und Lüftung ebenso gesteuert wie Jalousien und Fenster geöffnet oder geschlossen werden und dabei wird auch gleich das Thermostat-Ventil mit angesteuert. Ob Leuchten, Infrarot-Alarmanlage oder Temperatur des Kühlschranks - alles wird durch ein Adernpaar überwacht. War diese Technik vor einigen Jahren für den privaten Wohnungsbau noch unbezahlbar, wird die Wirtschaftlichkeit durch die Verknüpfung der einzelnen Komponenten deutlich. Denn bisher hatten alle Einzelsysteme - Alarmanlage, Rollläden, Heizung oder Licht - nebeneinander existiert, eine Koordination war technisch nur mit sehr hohem Aufwand machbar. Nun geht alles sehr einfach und leicht, denn alle elektrischen Geräte und Systeme sind miteinander vernetzt, kommunizieren miteinander und lassen sich von jeder beliebigen Stelle des Hauses aus steuern und überwachen.

Schwachstrominstallationen

Es gibt eine ganze Menge Geräte, welche mit Schwachstrom betrieben werden.
Telefon, Gegensprechanlagen, Sonnerie, Kommunikations und Alarmanlagen. Diese Leitungen sollten um Störungen zu vermeiden einen Mindestabstand von den anderen Stromleitungen (220V) haben. Planen sie auch hier sorgfältig und zukunftorientiert Zimmer für Zimmer und gehen sie mit fachlicher Beratung jede Möglichkeit (Fernseh, Computer, ISDN Telefon, Fax, Video-Gegensprechanlagen und Sat-Anlagen usw.) durch.


Kontrolle

Am 1. Januar 2002 wurde die neue Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) in Kraft gesetzt. Diese stützt sich auf das Elektrizitätsgesetz (EleGe). Verantwortlich für die Durchführung der Kontrollen ist neu der Eigentümer der Installation!
Neue oder geänderte elektrische Installationen müssen ein erstesmal bei der Erstellung,  Erstprüfung und interne Schlusskontrolle durch den Elektro-Installateur, und später in regelmässigen Abständen (Kontrollperioden) kontrolliert werden. Nach erfolgter Schlusskontrolle oder Abnahmekontrolle meldet der Eigentümer bzw. sein Vertreter der Netzbetreiberin den Abschluss der Installationsarbeiten mit dem ausgestellten Sicherheitsnachweis. Elektrische Installationen mit zehn- oder zwanzigjähriger Kontrollperiode müssen ausserdem bei jeder Handänderung nach Ablauf von fünf Jahren seit der letzten Kontrolle kontrolliert werden. Zu diesem Zweck sind zudem die technischen Unterlagen der Installationen (z.B. Installations- und Prinzipschema, Installationspläne, Betriebsanleitungen usw.)  während ihrer ganzen Lebensdauer aufzubewahren. Diese müssen bei der Erstellung von Anlagen durch den  Elektro-Installateur oder –Planer erstellt und dem Eigentümer ausgehändigt werden. Es gibt ein- fünf- zehn- und zwanzig –jährige Kontrollperioden. 

Netzbetreiber
Ihre Netzbetreiberin ist das EW das Ihnen die Stromrechnung schickt. Ihr Niederspannungsverteilnetz endet  beim Hausanschluss- oder Zählerkasten (Hauptsicherung). Das örtliche EW ist Eigentümerin und Netzbetreiberin. Die Netzbetreiberin fordert die verantwortlichen Eigentümer mindestens sechs Monate vor Ablauf der entsprechenden Kontrollperiode schriftlich auf,  den Sicherheitsnachweis einzureichen. Sie überwacht den Eingang der Sicherheitsnachweise für die periodischen Kontrollen.  Ausgenommen sind Spezialinstallationen.
Übernimmt der Eigentümer eine Installation im Bereich Wohnungsbau vom Elektro-Installateur mit einer Kontrollperiode von zwanzig Jahren,  so muss er den vom Installateur ausgestellten Sicherheitsnachweis der Netzbetreiberin einreichen.

 

 
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