-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Regenwasseranlagen - 22.05.2018
 Haustechnik / Sanitärinstallationen / Regenwasseranlagen       


REGENWASSER -KOSTBAR UND GUT

Der Mensch verbraucht täglich rund 135 Liter kostbares Trinkwasser. Doch nur drei Liter werden davon wirklich zum Trinken und Essen verbraucht. Warum denn eigentlich den wertvollsten Rohstoff unserer Zeit vergeuden? Der grösste Anteil des Verbrauchs entfällt auf Körperhygiene und Reinigung im Haushalt. Dabei entpuppt sich die Toilettenspülung mit rund 40 Litern pro Tag als grösster Trinkwasserverschwender. Wird die Toilettenanlage mit Regenwasser aus der Zisterne gespeist, sparen beispielsweise drei Hausbewohner pro Tag eine Badewanne voll Trinkwasser. Werden Garten, Waschmaschine und Toilette mit Regenwasser gespeist, spart dies pro Jahr etwa 75 Kubikmeter kostbares Trinkwasser. Mit Senkung der Abwasserkosten ergibt das eine erhebliche Einsparung . Also nicht nur die Umweltproblematik, sondern handfeste finanzielle Gründe sprechen für die Nutzung des Regenwassers. Jeder Bauherr sollte deshalb die Anschaffung einer Regenwassernutzungsanlage bereits beim Neubau des Hauses mitplanen und ausführen.

Regenwasserqualität
Bei Tests erreichte das Regenwasser Badewasserqualität. Die Gesundheitsämter schätzen das hygienische Risiko für die WC-Spülung und das Wäschewaschen als gering. Für den Ernährungsbereich sowie für die Körperpflege ist die Trinkwasserqualität allerdings unverzichtbar.


Funktionsweise

Das abgeleitete Regenwasser wird vom Dach über die Regenrinne durch die Speicherzulaufleitung dem Regenwassersammelbehälter (Regenwassertank) zugeführt. Dabei sind geeignete Filtersysteme (Kiesfilter, Sammler mit Mikrosieb o.ä.) sowie ein Schlammsammmler dem Auffangbehälter vorgeschaltet. Als Zisternen eignen sich sowohl im Haus installierte Innen- als auch im Garten versenkte Aussentanks. Die Ableitung (Überlauf) muss rückstausicher erfolgen, diese kann direkt der Kanalisation zugeführt werden oder versickern lassen. Zur Reinigung des Tanks ist eine Entleerungsvorrichtung an einer geeigneten Stelle im Behälter oder eine Tauchpumpe notwendig. In regenarmen Zeiten wird Trinkwasser nachgespeist. Wichtig: Bei der Einspeisung von Trinkwasser ist  eine korrekte Trennung und sichtbare Unterscheidung von Regenwasser- und Trinkwasserleitungen durchzuführen. Schilder mit dem Hinweis "Kein Trinkwasser" (schriftlich oder symbolisch) sind anzubringen. Die Betriebswasserleitung fördert das gesammelte Regenwasser über eine Druckerhöhungsanlage (Pumpe)zu den Entnahmestellen (WC, Waschmaschine, Aussenhahn etc.). Bei diesen Pumpen eignen sich einfache Hauswasserwerke, die in Edelstahl- und Gussausführung lieferbar sind. Speziell für die Regenwassernutzung sind sehr leise und kompakte Kreiselpumpen mit hohem Wirkungsgrad entwickelt worden. Es empfiehlt sich dabei der Einsatz eines zwischengeschalteten Feinfilters. Die Schalthäufigkeit der Pumpe wird durch den Einbau von Membranausdehnungsgefässen verringert (wichtig bei Anschluss von Waschmaschinen). Weitere Systemkomponenten sind: Druckschalter und Trockenlaufschutz.

Anforderungen
Für das gesamte Rohrnetz können Kupfer- oder Kunststoffrohre verwendet werden. Für das gesamte Regenwassernutzungssystem gibt es eine vollautomatische Steuereinheit. Zu dieser gehören das Steuergerät, das Magnetventil, der Pegelschalter und die Pumpe. An das Steuergerät werden der Regenwassertank, die Pumpe und die Verbrauchsstellen, wie beispielsweise die Toiletten, angeschlossen. Bei einem minimalen Pegelstand im Vorratsbehälter öffnet das Steuergerät das Magnetventil in der Trinkwasserleitung, diese wird über eine (drucklose) Leitung mit freiem Auslauf dem Tank zugeführt.

 

 
.