-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Gestaltung - 25.02.2018
 Haustechnik / Badezimmer  / Gestaltung       


WO DER TAG BEGINNT

Stil und Harmonie im Bad

Stress und Hektik prägen unseren heutigen Alltag wie nie zuvor. Besonders deshalb braucht die Familie einen Ruhepunkt. Neben den Wohnräumen, der Terrasse und dem Garten ist es besonders das Bad, wo das Grundbedürfnis des Menschen, nämlich sich wohl zu fühlen, erfüllt werden kann. Wohl alle Bauherren wünschen sich ein Wohnbad, das zur entspannenden Körperhygiene und zum Relaxen einlädt. Doch die überwiegende Mehrheit der  Bäder sind relativ klein, und technische sowie räumliche Bedingungen werden oft als Hindernis betrachtet. Das muss jedoch nicht so sein.

Effizient planen

Gute Markenhersteller bieten besonders für kleine Bäder neu entwickelte, komplette Badeinrichtungen in hoher Qualität an. Voraussetzung ist eine effiziente Grundrissplanung des Bades. Leider müssen sich 53 Prozent der Hausbesitzer und Mieter mit 7 Quadratmeter und weniger begnügen. Unter 7 Quadratmeter sollte ein Bad heutzutage nicht mehr geplant werden. Der Wunsch nach jeder Art von Extravaganz und Individualität lässt sich besonders bei kleinen Bädern mittels Vorwandinstallationen erfüllen.
Wenn die Möglichkeit besteht, sollte das WC vom Bad getrennt angeordnet werden. In Verbindung mit Waschtisch und Dusche entsteht der morgendliche "Kampf" ums Bad erst gar nicht, und Geruchsbelästigungen werden vermieden. Zumindest eine Trennwand im Raum sollte diese Bereiche abteilen. Die Qual der Wahl bieten dann unüberschaubare Variationen von Waschtischen, Duschen, Wannen, WCs  und Urinalen. Selbst kleine Gästetoiletten können durch pfiffige Ausstattung ein Schmuckstück werden.

Farben

Als Erstes steht die Farbgebung des Bades an. Die Auswahl der Wand- und Bodenfliesen sowie der Sanitärobjekte sollte nach dem Grundsatz "Weniger ist mehr" erfolgen. Dabei sollten dezente Töne (Ton in Ton) vorherrschen oder aber kontrastreich gestaltet werden, ohne ein Tohuwabohu der Farben zu fabrizieren. Besondere Akzente setzen Bordüren, Dekor- und Motivfliesen sowie ganze Wandbilder.
Der Badmöbeltrend geht eindeutig in Richtung Natur. Echtholz oder Furnier-Hölzer sorgen für eine natürliche Ausstrahlung.
Für Armaturen bietet der Markt neben dem seit langem bewährten glänzenden Chrom nun auch edel schimmernde mattverchromte, satinierte oder gebürstete Hebel, Ventilaufsätze und Auslaufrohre. Farbige Armaturen setzen Akzente mit Transparenttönen in Blau, Zitronengelb oder Orange, besonders von der Jugend bevorzugt.

Waschtische

Neben dem WC-Becken sind Waschtische im Bad die wohl meistgenutzten Einrichtungen. Grund genug, über Grösse, Form und Material intensiv nachzudenken. Keramik, Porzellan, Edelstahl oder emailliertes Metall, Kunststoffe sowie Naturwerkstein stehen zur Auswahl. Allesamt langlebig und pflegeleicht.
Auch Waschbecken lassen sich den jeweiligen Dimensionen des Bades anpassen. Das Angebot reicht vom traditionellen Waschbecken über frei stehende Waschbrunnen, deren Becken auf einer Säule ruhen, bis zu Doppel- und Platz sparenden Eckwaschbecken. Das Waschbecken sollte auf keinen Fall zu klein sein. Die sogenannte Unterarmprobe kann beim Aussuchen helfen: Man sollte beide Unterarme bis zu den Ellbogen eintauchen können, dann hat der Waschtisch die optimale Grösse. Im Gästebad reicht natürlich ein kleines 40er- oder 50er-Becken aus. Unterbau- oder Einbauwaschbecken können in alle möglichen Schrank-Variationen eingebaut werden.

Badewannen

Der Trend geht zur "Erlebniswanne", zum Badetempel. Trotzdem sollte die Wanne rutsch-, stoss- und kratzfest, unempfindlich gegenüber Haushaltchemikalien sowie schallschluckend sein. Es gibt Wannen für ein bis vier Personen, Sitz-, Rund-, Oval- und Diagonalwannen sowie Mehrzweckwannen. Der Ab- und Überlauf sollte plan mit der Oberfläche abschliessen, damit der Badende sich nicht verletzten kann. Badewannen sollten aber vor allem ergonomischen Ansprüchen genügen. Körpergerecht geformte Rückenteile, eingepasste Stütz- und Haltegriffe oder spezielle Bodenprofile gewährleisten Liegekomfort und Sicherheit. Armauflagen, steilere Wandungen und integrierte Kopfstützen sorgen für mehr Platz und maximale Entspannung. Alle Markenhersteller haben solche Wannen im Programm. Nicht zu vergessen sind Whirl-Wannen. Sie besitzen integrierte Massagedüsen, deren individuell regulierbare Wasser-Luft-Strahlen Wohlgefühl und Entspannung pur versprechen. Für ältere Menschen gibt es spezielle Wannen mit entsprechend niedrigem Rand, Haltegriffen zum leichteren Ein- und Aussteigen, rutschfestem Bodenbelag in der Wanne, erhöhtem Sitzbereich und einer Fussstütze. Auch ein separater Dusch- oder Waschsitz sowie Wannen mit Türen zum normalen Begehen sind im Handel erhältlich. Materialien für Wannen sind: emailliertes Metall, Edelstahl, Gusseisen, Kunststoff oder sogar Ton (Feuerton). Es gibt Einbau- und freistehende Wannen sowie in den Boden eingelassene.

Duschen

Gleich ob jemand aus Platzgründen auf eine Wanne verzichten muss oder von vorneherein ein Duschliebhaber ist: Die Dusche ist eine vollwertige Alternative. Auch die Vielzahl der Duschvarianten ist unüberschaubar. Egal ob als Eck-, Nischen- oder Schürzenduschen, sie bieten schnelle Körperpflege mit relativ wenig Wasserverbrauch. 150 Liter benötigt man für ein Vollbad, jedoch nur 70 Liter für ein fünfminütiges Duschbad. Man spart Wasser und Energie. Der Trend geht zu exklusiven Duschen mit zusätzlichen Massagedüsen auf drei Seiten, die den Körper auf Trab bringen können. Günstig für Ältere oder Behinderte sind ebenerdige, bodengleiche Duschen ohne Stufe. Für den nötigen Spritzschutz sorgen dabei, neben knautschbaren Kunststoff- und beschichteten Baumwollvorhängen passgenaue Duschabtrennungen, die aus Echt- oder Kunstglas - klar, milchig oder mit Dekoren versehen - erhältlich sind. Selbstverständlich sollten sie einwandfrei schliessen. Materialien für Duschtassen sind: Edelstahl, emaillierter Stahl, Gusseisen, Kunststoff, Keramik, Fliesen u.a.
Zum Schluss ein Rat: Kaufen oder bauen Sie Ihre Dusche nicht zu klein (i.d.R. 90 x 90 cm). Man sollte beim Waschen nicht mit den Armen an den Seitenwänden anschlagen! Für Schwerbehinderte gilt: 1,40 x 1,40 m.

WC/Toilettenbecken/Klosett

Egal welcher Name benutzt wird, es stehen zwei Varianten zur Auswahl, stehende oder wandhängende WCs. Beide haben ihre Daseinsberechtigung, und die Familie muss für sich entscheiden. Wandhängende WCs erleichtern die Reinigung und sind variabel in der Höhe einsetzbar. Traditionell stehende Toilettenbecken gibt es bereits in verschiedenen Höhen. Sie geben besonders Älteren und Behinderten Sicherheit.
Der Bauherr kann dann zwischen Absaug- beziehungsweise Tiefspülklosett und Flachspülklosett wählen. Vorteil der Letzteren ist die Möglichkeit der Stuhlkontrolle, jedoch haben sie eine grössere Geruchsausbreitung. Tiefspülklosetts weisen keine oder wenig Ablagerungen auf und haben eine geringere Geruchsbelästigung - eine Stuhlkontrolle ist jedoch kaum möglich. Kleine technische Wunderwerke mit Reinigungsduschen, Warmwasserbereiter und Warmluftgebläse bieten höchsten Komfort und sind für Ältere oder Behinderte besonders geeignet. Druckspüler sollten nur bei hohem Wasserdruck eingesetzt werden, die Regel sind heute Spülkästen mit Wasserspartaste.
Daneben gibt es noch Bidets (für die Intimhygiene oder als Fussbecken nutzbar) und Urinale, die sich besonders für Kinder im Gäste-WC - möglichst dicht am Hauseingang - anbieten.
Neben den notwendigen Sanitärobjekten gibt es unzählige liebevolle Accessoires, die den persönlichen Lebensstil im Bad sichtbar machen und die eine Atmosphäre von Behaglichkeit und Exklusivität verbreiten. Das Bad ist nicht nur der Ort der Körperhygiene, sondern auch ein Raum, in dem sich jeder gern wohlfühlen möchte. Damit dies auch lange so bleibt, gilt es, einige Dinge zu beachten. Am Anfang sehen fast alle neuen Bäder noch gut aus - erst mit der Zeit trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele Bäder leiden dann unter Schimmelbildung und gerissenen Randfugen. Das ist hässlich anzusehen, unhygienisch und kann durch eindringende Feuchtigkeit sogar die Bausubstanz schädigen.
Wer bei der Badsanierung auf Nummer sicher gehen will, sollte daher auf die wartungsfreien Bewegungsfugen setzen. Die Schienen bestehen aus pilz- und bakterienresistentem Material und werden direkt bei der Verlegung der Fliesen eingebaut. Mit relativ geringem Aufwand ist so langer Spass am ästhetischen Bad garantiert und das lästige "Nachspritzen" von Silikonfugen gehört der Vergangenheit an. Immer wieder problematisch sind beispielsweise auch die Abdichtungen im Duschbereich. So dringt hier häufig Feuchtigkeit durch die Fugen und schädigt den Untergrund. In diesen Bereichen sollte daher unbedingt eine Verbundabdichtung verwendet werden. Vorsicht ist auch bei kritischen Untergründen geboten. Fliesenbelag auf Holzfussboden z.B. zieht nahezu immer Probleme nach sich, da die Fliesen auf einen "arbeitenden" Grund verlegt wurden. Abhilfe schafft die sogenannte Ditra-Matte, die Spannungen zwischen Belag und Untergrund neutralisiert.
Echte Highlights jeder gefliesten Fläche sind spezielle Wandecken und Profile: Sie sehen nicht nur gut aus, sondern bewahren auch vor jenen kleinen, aber unansehnlichen "Macken", die ungeschützte Fliesenkanten schon nach kurzer Zeit aufweisen können. Die farbigen Profile für geflieste Wandaussenecken von Schlüter lassen sich harmonisch auf die Farbe von Fliesen, Fugen oder Sanitärkeramik abstimmen oder können für gezielte Kontraste eingesetzt werden. 
Ebenfalls sehr beliebt sind die hochwertigen Profilserien aus Metall. Ihr attraktives Oberflächenfinish, zum Beispiel in glänzendem Chrom oder gebürstetem Edelstahl, schafft einen besonders attraktiven Abschluss für geflieste Wandecken. Gleichzeitig dienen die Metallprofile als robuster Kantenschutz. 
Die schönen Profile können problemlos auch mit den passenden Metallbordüren kombiniert werden. Da viele verschiedene Materialien und Oberflächen wie Chrom, Messing, Kupfer oder Edelstahl zur Verfügung stehen, lassen sich Wandbeläge im Innenbereich ebenso ästhetisch wie individuell gestalten.

Vermeidung einiger (Bau-) Kardinalfehler im Bad

Badewände (meist Aussenwände) dürfen nie auskühlen. Feuchtigkeit vom Duschen oder Baden kondensiert und schlägt sich als Wasser an den kalten Wänden nieder - man friert und fühlt sich doppelt unwohl. Abhilfe schafft ausreichende Dämmung von Wänden, Decke und Fussboden sowie die Kombination von Heizung und Lüftung.
Der Boden sollte auf jeden Fall nicht rutschig sein, und es auch nicht bei Nässe werden. Rutschhemmende Bodenfliesen sind einzubauen.
Badetüren sollten ins Bad hinein öffnen, sonst entsteht Geruchsbelästigung in der Wohnung durch herausgesaugte Luft (gilt nicht für Badtüren von Älteren und Behinderten!).
Qualitäts-Armaturen haben ihren Preis, machen sich jedoch bezahlt. Spätestens wenn der Brausestrahl nicht gut zu regulieren ist, das Wasser ständig seine Temperatur wechselt, zu heiss oder zu kalt wird, weiss man, dass man zwar billig, aber trotzdem verkehrt gekauft hat.
Gleiches gilt für schlecht abdichtende Falltüren, sich verschiebende oder sich ständig öffnende Duschvorhänge, blendende Spiegelbeleuchtung, die das Rasieren fast unmöglich macht, Eckregale, an denen man sich beim Waschen stösst, zu wenig Abstellflächen an Badewanne und Waschbecken, so dass Fensterbänke benutzt werden müssen (die wichtige Stosslüftung ist dann im Bad nicht möglich). Die Liste liesse sich fortsetzen. Was ist daraus zu schliessen? Eine intensive Planung vor dem Bauen und eine sorgfältige Auswahl im Fachhandel sind ausserordentlich wichtig, will man sich in seinem Bad wirklich auf Dauer entspannen und wohlfühlen. Allerdings gibt es auch in Baumärkten bereits Markenartikel mit guter Qualität.

Badplanung für Ältere und Behinderte

Breite der Tür mindestens 90 cm, Tür muss nach aussen öffnen (Gefahr der Türblockade bei einem Sturz)

Freifläche hinter Tür (mind. 1,20 x 1,20 m), vor Wanne und Dusche (90 cm) sowie genereller Abstand von Sanitärobjekten zu gegenüberliegenden Wänden von 75 cm

keine Türschwellen, keine Stufen oder andere Höhenniveauänderungen

rutschhemmende Fliesen

höheres WC und Bidet (höher als 48, möglichst 52 cm)

Waschtischhöhe der Grösse der Person angepasst, möglichst mit Flachsiphon versehen, unterfahrbar mit Handbrause und Kippspiegel versehen

Raumtemperaturen müssen individuell einstellbar sein; Heizleistung für eine Temperatur von 26 ° C planen; Zusatzheizungen für Temperaturerhöhungen bis 32 °C vorsehen

Duschplatz (mindestens 100 x 100 cm) ohne Stufe bauen

Übergänge im Bodenbereich

Wer Haus oder Wohnung renoviert, kennt das Problem: Wo verschiedene Bodenbeläge aneinander stossen, entstehen oft heimtückische Stolperfallen, da die verschiedenen Aufbauhöhen der Bodenbeläge beim Bau des Hauses im Estrich nicht berücksichtigt wurden. Diese sind nicht nur eine Gefahr für die Bewohner und ihre Gäste, sondern können im Laufe der Zeit auch Schäden an den Übergangstellen verursachen.
Dabei gibt es vor allem für den Übergang vom Fliesen- zum Teppich- oder Laminatboden sichere und ästhetische Lösungen. Die Belagsabschlüsse sind in Messing, Aluminium und Edelstahl sowie in verschiedenen Höhen zu haben. Ein eleganter, sicherer Übergang vom einen Bodenbelag zum anderen ist mit ihnen langfristig gewährleistet.

 

 
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