-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Küchenplanung - 25.02.2018
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PLANEN - KOCHEN - ESSEN

Der Küchentrend geht eindeutig weg von der kleinen, schmalen, einzeiligen Küche hin zur grossen Wohnküche in der sich die Familie auch zum "Plausch" wieder zum gemeinsamen Frühstück oder Abendessen zusammenfindet. Auch die offene Küche im Wohnzimmer ist bei den meisten nicht mehr die erste Wahl. Dort, wo es um den Ausdruck des eigenen Lebensgefühls geht, sind hohe Funktionalität, zeitgemässe Formenvielfalt, Design, hochwertige Verarbeitung und bleibende Attraktivität sowie ein Hauch von Luxus gefragt. Der Zwei-Sterne-Starkoch, Johann Lafer, sagt zu seiner idealen Küche: "Gross und gemütlich, aber auf keinen Fall steril soll sie sein. Alles muss gut erreichbar, und die Arbeitsabläufe müssen logisch aufgebaut sein." Der Trend geht in zwei Richtungen. Entweder hypermodern oder eher gemütlich mit viel Holz. Modernste Technik gibt es für alle Typen.

Planung ist das Wichtigste

Ermitteln Sie grob Ihren Platzbedarf und übertragen Sie ihn in den Hausgrundriss. Unabhängig vom Stil der Küche ist diesem Aspekt erste Priorität einzuräumen. Weite Wege, hoher Energieaufwand und zeitraubende Unterbrechungen in der Phase des Zubereitens und Kochens sowie fehlende Arbeitsflächen sind Mängel, die durch gute Planung von vornherein auszuschliessen sind.
Grundsätzlich ist die Küche entsprechend des Typs nach der Himmelsrichtung einzuplanen. Die reine Arbeitsküche sollte zur Nordseite hin ausgerichtet sein, die offene Küche trotz Anbindung an das Wohnzimmer kein Südfenster erhalten. Für die Wohnküche als Begegnungszentrum der Familie hingegen eignet sich die Ausrichtung nach Osten oder Westen (Morgen- oder Abendsonne). Gleichzeitig sollten Küchen den Blick auf die vor oder hinter dem Haus spielenden Kinder ermöglichen, um neben der Küchenarbeit der Aufsichtspflicht Genüge zu tun.

 Hinzu kommen:

- kurze Transportwege von der Haustür oder angebauten Garage in die Küche,
- kurzer Weg zum Keller oder einer wieder in Wertschätzung kommenden Speisekammer (gefliest, an der sonnenabgewandten Seite des   
  Hauses für 15 Grad Celsius zu planen).

Darüber hinaus ist der Familienzuwachs sowie der Zuzug älterer Familienangehöriger langfristig einzuplanen. Ist sich die Familie so weit einig, wird der Küchenspezialist konsultiert. Doch es gilt: Je genauer man weiss, was man selbst will, desto zielorientierter wird man beraten! Auf einer Skizze zeichnet der Fachmann nun zentimetergenau die Lage der Küchenmöbel, der technischen Geräte, aller Be- und Entwässerungsleitungen, des Gas- und/oder Elektroanschlusses für den Herd sowie der benötigten Steckdosen ein. Die Höhe der Arbeitsplatte (90 cm bei 1,65 Meter Körpergrösse) ist massgebend für die Höhe der anderen Unterschränke und Geräte. Markenhersteller bieten inzwischen per PC einen "virtuellen Rundgang" in Ihrer Wunsch-Küche innerhalb des Platzangebots Ihres zukünftigen Hauses an. So können eine Vielzahl von Küchen am Bildschirm ins Haus hineingestellt werden. Planungsfehler sind so leicht zu korrigieren.

Wie viel Küche wird benötigt

Generell gilt: kurze Wege, fliessender Arbeitsablauf und ausreichender Bewegungsraum. Bei Rechtshändern plant man von links nach rechts in folgender Breite:

- Arbeits- und Abstellflächen, mindestens 30 cm
- Spüle 90 cm
- Arbeits- und Abstellflächen, mindestens 30 cm
- Herd, 60 bis 100 cm und wieder
- Arbeits- und Abstellflächen, mindestens 50 Zentimeter.

Natürlich können auch Kochinseln zur Anwendung kommen, doch entsprechend vergrössern sich die Wege. Weitere Planungsmasse sind:

- Küchenbreite bei gegenüberliegenden Einbauten mindestens 2,40 Meter (2 x 60 cm Einbauschränke + 120 cm Bewegungsraum)
- Erst ab einem Zwischen-Freiraum von mehr als 1,80 Meter kann eine Kochinsel eingeplant werden.

Für die Wohnküche gilt:

- Für eine ausreichende Bewegungsfreiheit je Person am Tisch ist eine Fläche von 40 cm Tiefe und 65 cm Breite einzuplanen. Sitzen sich also vier Personen gegenüber, sind dies für den Tisch mindestens 80 cm Breite und 130 cm Länge plus Bewegungsraum (25 cm) rundum.
- Für Stühle gilt eine Grundfläche von 50 mal 60 cm wieder plus 25 cm Bewegungsraum nach hinten.
Nicht zu vergessen sind spezielle Anforderungen älterer, nicht mehr mobiler Menschen einschliesslich Behinderter und der Kinder. Für sie hält die Technik alle Möglichkeiten zur Mobilität und Verhinderung von Unfällen, wie verbrühungssichere Thermostat-Armaturen und verbrennungsmindernde Induktionsfelder, bereit. Sind alle Planungsfragen geklärt, wird die Küche ausgesucht. Ob Naturküche in Holz oder Livin Colors, Modern-Life-Küche, Landhausküche oder Classic-Style, alle Stilrichtungen verdeutlichen, worum es heute und in Zukunft geht: Um die Freiheit, seine Traumküche individuell und harmonisch gestalten zu können.

Küchenkategorien

Grundsätzlich unterscheiden Planer und Küchenspezialisten die Küche in drei Kategorien. Diese sind:

1. Die separate Fertigungsküche

Dieser abgetrennte Arbeitsbereich lässt den Koch in einem kleinen abgeschlossenen Raum kreativ und rationell arbeiten. Höchstens ein kleiner Frühstückstisch lädt zum kurzen Plausch und zum Kaffeetrinken ein. Der Vorteil liegt einmal bei den kurzen Arbeitswegen innerhalb der Küche. Zum anderen - und das ist für viele das stärkste Argument - bleiben Geruchsbelästigungen in der Küche. Vorausgesetzt, es werden auch die entsprechenden technischen Geräte eingesetzt. Auch die Arbeitsgeräusche dringen nur unwesentlich ins Haus.

2. Die offene Küche

Trendsetter der Neunzigerjahre. Grosse Räume mit verschiedenen Funktionsbereichen. Die vormals abgetrennte Küche wurde ins Wohnzimmer integriert. Je nach Koch- und Essleidenschaft platzieren sich ganze Gruppen um manche Kücheninsel herum. Diese Form ist auf jeden Fall sehr kommunikativ und bietet grosse Spielräume. Allerdings werden Personen zwangsläufig in die Küchenarbeiten einbezogen und von den Gerüchen umgeben. Vielleicht wird deshalb ein starker Rückgang dieser Küchenform registriert.

3. Die Wohnküche

Wie Erhebungen belegen, wird die Wohnküche die Küchenform des neuen Jahrtausends. Ausreichend Platz ist nötig, soll nicht Chaos im täglichen Ablauf einziehen. "Gut geplant ist halb gebaut", dieses Sprichwort trifft auf die Wohnküche besonders zu. Ein Tisch sowie vier bis sechs Stühle bilden in der Regel das Zentrum. Hier kann die Familie gemeinsam frühstücken, hier wird das Essen vorbereitet und ganz nebenbei kann man mit Freunden Kaffee trinken und über Gott und die Welt sprechen. Ringsum an den Wänden sind Herd, Spüle und sonstige technische Geräte sowie die Schränke gruppiert.

Formenvielfalt der Küchen

In Abhängigkeit von der Form und der Grösse des Raumes kann man grundsätzlich zwischen sechs verschiedenen Küchenformen unterscheiden, mit denen sich fast jeder Küchenraum optimal ausstatten lässt.

- Einzeilige Küchen für kleinere Wohnungen oder Räume mit nur einer Stellwand, da alle Möbelelemente und Geräte in einer Reihe angeordnet sind.

- Zweizeilige Küche nimmt zwei sich gegenüberliegende Stellwände in Anspruch, von denen idealerweise eine für die technischen Geräte, die andere für Vorratsschränke vorgesehen ist. Diese Küchenform wird aufgrund baulicher Gegebenheiten am häufigsten geplant, obwohl sie eine unterbrochene Arbeitsfläche aufweist. Die zweizeilige Küche bietet sich unter anderem an, wenn an der Schmalseite des Raumes Tür- beziehungsweise Fensteröffnungen geplant sind.

- Die L-förmige Küche ist eine Variation der zweizeiligen, die dem jeweiligen Schnitt angepasst werden kann. Sie eignet sich insbesondere für Räume mit mehreren Türen. Der wesentliche Vorteil dieser Küchenform liegt in der Möglichkeit, eine durchgängige Arbeitsfläche zu schaffen. So genannte tote Winkel, die bei dieser Küchenform entstehen, lassen sich heute mit raffinierten Eckelementen, die zum Teil mit einem Drehmechanismus im Innern ausgestattet sind, sinnvoll nutzen.

- die quadratische Küche mit Kochinsel ist der Typ der freien Küche, integriert in Wohnräume. Die Grosszügigkeit hat ihren Preis, die Wege sind lang. Eine weitere Form dieser Küchenart ist:

- die Wohnküche (mit allen Vor- und Nachteilen). Der mittig angeordnete Essplatz darf  nicht die Arbeitswege der Küche stören. Doch die Vorteile überwiegen. Eine besondere Variante, erst seit kurzem ausgereift auf dem Markt ist:

- die mobile Küche. Egal ob Raum- oder Platzmangel oder kreative Umstellungswut - die mobile Küche bietet auf kleinstem Raum das Feinste, was die Technik heute zu bieten hat.

 

 
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