-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Terrassen - 14.08.2018
 Aussenanlagen / Terrassen & Wege       


STILGERECHT ZUM HAUS

Die Aussenanlagen sollten wie das "Traumhaus" selbst individuell gestaltet werden und architektonisch zum Gesamtgrundstück passen. Dieses gilt besonders bei der Anlage von Wegen, Terrassen und Eingangsbereichen. Verschiedene Farben, Formen und Fugen sollen ein klares Design mit harmonischen Übergängen schaffen. Die Terrasse ist Nahtstelle zwischen Haus und Garten, zwischen Mensch und Natur. Für die "Erlebniswelt hinterm Haus" kommt es nicht auf die Grösse, sondern auf Phantasie und Geschick an, mit denen Wohnbereich und Natur so miteinander verbunden werden, dass sich ein "Wohlfühl-Effekt" einstellt.
Die Terrasse ist einmal als Ruhepunkt zu gestalten, um die Ungestörtheit geniessen zu können. Daneben soll die Terrasse aber auch als Ort der Geselligkeit und dem Kontakt zu den Nachbarn dienen. Die Gestaltung ist natürlich von altersgemässen Vorstellungen und von finanziellen sowie funktionellen Möglichkeiten abhängig. Immer jedoch sollten Dach (Dachziegel oder -steine) und Fassade (Türen, Fenster, Balkone und Fassadenaufbau) des Hauses mit dem Material und der Gestaltung der Terrasse (auch der Wege) eine architektonische Einheit bilden. Entsprechend kann der Bauherr unter vielfältigen Materialien auswählen.
Die Abgrenzung des Grundstücks muss sicher sein, andererseits sollen Zäune nicht "abschotten". Der Bebauungsplan fordert dort Einfriedungen (Zäune, Hecken oder Mauern), wo diese an öffentlichen Strassen oder Flächen grenzen. Häufig begangene Wege - wie beispielsweise der Weg vom Haus zur Strasse - sollten relativ kurz gehalten, nicht aber unbedingt phantasielos geradlinig verlaufen. Hauptwege sollten eine ungefähre Breite von 1,50 Metern aufweisen, so dass zwei Personen bequem nebeneinander gehen können. Bei weniger stark frequentierten Wegen genügt eine Breite von 50 bis 80 Zentimeter. Alle Wege sind mit einem leichten Gefälle vom Haus weg (2,5 bis max. 6 %, gilt auch für Terrassen) anzulegen, damit Wasser gut ablaufen kann. Stufen und Treppen überbrücken Niveauunterschiede auf dem Grundstück. Aus dem gleichen Material wie die Wege gefertigt, sollten sie nur eine geringe Steighöhe (14 bis 16 cm) aufweisen.
Das Material zur Befestigung von Wegen sollte wasserdurchlässig sein, damit sich keine Pfützen bilden, pflegeleicht, damit es sich einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen lässt und trittsicher, damit man, auch bei Nässe, nicht ausrutscht.

Der Unterbau

Generell ist eine Verlegung im Sand/Kiesbett (0-2 mm) gegenüber dem Betonbett vorzuziehen. Sinkt die gepflasterte Fläche im Laufe der Jahre ab, lassen sich die auf Sand verlegten Platten ohne grosse Mühen mit aufgefülltem Sandbett wieder verlegen. Ist allerdings ein Befahren der Wege mit einem Auto vorgesehen, ist die Verlegung in Beton (mit Bewehrungsmatten) anzuraten. Eine Alternative sind Grasfugensteine. Sie versiegeln die Natur nicht und eine Regenwasserversickerung ist gut möglich. Unabhängig von den "Belägen" muss zunächst der Unterboden, das "Bett", angelegt werden. Dieser darf nicht lehmhaltig sein, damit Wasser schnell versickern kann. Ist die Terrassenfläche vermessen und mit Stäben und kleinen Pfosten markiert, erfolgt der Erdaushub. Für einen normalen Terrassenbereich genügt ein Aushub von etwa 30 Zentimetern. Für stark beanspruchte Flächen, die besonders belastbar (Autoverkehr) sein müssen, sollte eine frostfreie Gründung rings um die Terrasse mit Unterbeton erfolgen. Für normale Terrassen reicht ein gut verdichtetes Kiesbett. Darauf kommt ein schon mit 2,5 Prozent Gefälle vom Haus hinweg abgezogenes und verdichtetes Sandbett (0-2 mm). Dieses bildet dann die Feinschicht für Pflaster oder Platten. Die Fugenbreite sollte rund 3 mm betragen, nach Verfüllung der Fugen kommt die Rüttelplatte. Die Randbefestigung sollte auf jeden Fall in Mörtel oder Beton erfolgen. Edle, dünne Natursteinplatten, beispielsweise aus Porphyr oder Granit (meist zwischen 2 und 3 Zentimeter dick), sind generell in Mörtel, hergestellt aus Trasszement, zu verlegen. Eine "Knirsch-Verlegung" ist in diesen Fällen von Vorteil, lästige Fugen entfallen.
Für eine Holzterrasse ist eine schnelle Wasserableitung als konstruktiver Holzschutz unbedingt erforderlich. Der Unterbau wird deshalb aus verdichtetem Schotter und Splitt hergestellt. Auf diesen Unterbau werden dann Betonplatten oder Steine gelegt, welche die Lagerhölzer tragen. In Punktfundamenten aus Beton eingearbeitete U-Stahlstützen können auch die Unterkonstruktion der Holzterrasse tragen. Alle weiteren Kanthölzer werden im Abstand von etwa 60 Zentimetern auf die Lagerhölzer aufgelegt und durch rostfreie Winkel und Schrauben miteinander verbunden. Die Fugen der Holzdeckschicht sollen so breit sein, dass Niederschlagswasser abfliessen kann, jedoch Schuhabsätze oder Stuhlbeine nicht hängenbleiben können. Zur Dehnungsfähigkeit bei Nässe sind 5 Millimeter einzuplanen.

Beläge für Terrassen und Wege

Klinker:
Diese bei über 1.100 Grad gebrannten Steine aus Ton sind masshaltig und haben alle guten Eigenschaften von gesinterten Ziegeln. Der Profi verwendet frostbeständige, so genannte Strassenbauklinker. Als zentrales Gestaltungselement für Terrassen, Gartenmauern, Treppen und Sitzgruppen passen die sich einer verklinkerten Fassade ebenso gut wie allen Terrassenformen an. Sie sind pflegeleicht und können flach, hochkant oder seitlich stehend in verdichtetem Sand- und / oder Mörtelbett verlegt werden. Soll eine Versiegelung der Flächen vermieden werden, bieten sich poröse, wasserdurchlässige Klinker an.

Keramische Platten:
Auch dieses (oft Bodenfliesen genannte) vielseitige Baumaterial kann gut für Terrassen eingesetzt werden. Am besten geeignet sind unglasierte Steinzeugplatten. Sie sind zwar fleckenanfällig, jedoch ausserordentlich strapazierfähig. Voraussetzung ist eine hohe Verschleissgruppe (3 bis 4) und Frostsicherheit . Auf glasierte keramische Fliesen oder Platten sollte wegen der Rutschgefahr verzichtet werden.

Naturwerkstein:
Natursteine verleihen dem "Platz an der Sonne" einen edlen und rustikalen bis mediterranen Touch, haben allerdings auch ihren Preis. Meist in Rechteck- oder polygonaler Form angeboten, reichen die Materialen von weichen Schiefer, Marmor und Sandstein über härteren Porphyr, Quarzit, schwarzen Andesit bis hin zu hartem Besalt und zu Granitplatten.

Natursteinpflaster:
Meist aus Basalt oder Granit, unterscheidet man Natursteine handelsüblich nach Gross-, Klein- und Mosaikpflastersteine. Da sie gebrochen werden, weisen sie nur selten einheitliche Abmessungen auf. Für Bögen und Rundmuster eignen sich die exakter zu verlegenden Klein- und Mosaikpflaster, da sie mit einer Kantenlänge von 5 bis 8 Zentimetern auch auf einer relativ kleinen Fläche zu ansprechenden Mustern verlegt werden können. Grosspflaster in den Grössen 160 mal 160 und 100 mal 120 Millimeter kann Terrassen mit Wegen verbinden.

Betonwerksteinplatten:
Die guten alten Betonplatten haben für Terrassen ausgedient. Der Hit sind Platten mit geschliffenen Oberflächen in farblicher Gestaltung, die eher an edlen Granit erinnern. Waschbetonplatten bieten ein besonderes, naturnahes Flair. Sieht man von der Schönheit der Platten einmal ab, sind aufgeraute, ebenso attraktive Platten sicherer (Rutschgefahr bei Nässe!).

Betonpflastersteine:
Verschiedene Ausführungen, Formen und Farben lassen keine Wünsche offen. Von Vorteil ist die ebene, glatte Oberfläche der Terrasse, auf der das kippsichere Aufstellen der Gartenmöbel kein Problem ist. Auch die passend erhältlichen Spezialelemente für die Randbefestigung oder angrenzenden Treppen sowie der günstige Preis sprechen für den Baustoff Beton. Möglich sind auch ein Natursteinvorsatz sowie Drainage- und Grasfugensteine.

Holz:
Dieses organische, gewachsene Material bietet unzählige Gestaltungsmöglichkeiten, wirkt warm und vermittelt Naturnähe. Nadelhölzer sollten grundsätzlich kesseldruckimprägniert sein. Dauerhaft haltbar sind Holzarten wie Red Cedar, Lärche, Eiche, Merbau oder weitere Harthölzer auch ohne Imprägnierung, es genügt ein Lasuranstrich:
Holzdielen (nicht gewachsene, möglichst halbsägeraue Brettbohlen). Die Stärke sollte nicht unter 22 Millimeter liegen; für den Spannungsausgleich bei Temperaturschwankungen und einen schnellen Wasserabfluss ist bei der Verlegung auf eine 3 bis 4 Millimeter breite Fuge zwischen den Dielen zu achten.
Holzpflaster in Kantholz- oder Rundholzform, in Höhen von 60 bis 200 Millimetern, in der Regel werden geruchsschwache imprägnierte Nadelhölzer mit Querschnitten von 6 bis 20 Millimetern aneinander gesetzt verlegt.
Baumscheiben werden von grossen Baumstämmen in einer Dicke von 7 bis 10 Zentimetern abgeschnitten und aneinander verlegt. Zwischenräume können mit Erde, Sand oder Kies verfüllt werden.

 

 
Interessante Links

 
.