-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Wintergärten - 22.05.2018
 Aussenanlagen / Wintergrten       


ERWEITERTER WOHNRAUM

Zu den von Hausbauern wie Hausbesitzern am meisten gewnschten Hausanbauten zhlt der Wintergarten als Sinnbild fr Lebensfreude, Relaxtheit und Wohnqualitt. Generell sind drei Arten zu unterscheiden:

Der zustzliche Wohnraum als Zimmer im Grnen
Die Nebenanlage als Energiesystem zur passiven Energienutzung
Das Gewchshaus

Bereits bei der Planung muss sich der Baufhrer ber die sptere Nutzung des Wintergartens im Klaren sein. "Man kann nicht alles haben," dieser viel zitierte Satz trifft hier besonders zu. Man kann nicht gleichzeitig im Gewchshaus und im Energieeinspar-Vorbau wohnen, und im zweiten Wohnzimmer kann keine komplexe Pflanzenwelt gedeihen. Wrmebedarf, Klima- und Lftungstechnik auf der einen und Feuchteanfall sowie verschiedener Glaseinsatz lassen dies nicht zu. Die Enttuschungen sind sonst spter gross, und die thermischen Belastungen werden frher oder spter Dichtungen und Glas zerstren. Fr das Wohnzimmer im Grnen ist daher fr einen ausreichenden Wrmeschutz (Wrmeschutzglas und Verschattungsanlagen) genauso zu sorgen wie eine Heizung einzuplanen ist. Sehr wohl knnen bei richtiger Anordnung (steile Sdfassade und 45 bis 60 Grad Neigung) sowie Einsatz von technischen Anlagen Wintergrten als Wrmespeicher und Klimapuffer fr das Haus genutzt werden. 

Standort

Generell wird er durch die Art der Nutzung des Wintergartens bestimmt!
Nordseite
Sie kann thermisch stabilste Variante und optimale Lage fr einen Heimarbeitsplatz oder ein Atelier sein. Hier kann der Wintergarten auch als Klimapuffer wirken.

Ostseite
Weniger geeignet, da der Nutzungszeitraum (ausser zum Frhstck) eingeschrnkt ist. Als Arbeitsplatz schtzt der "Ost-Wintergarten" allerdings gut vor der heissen Nachmittagssonne.

Westseite
Sie bedingt die hchsten thermischen Belastungen und so auch den grssten Aufwand an Verschattungs-  und Lftungseinrichtungen. Der Nutzungszeitraum ist ebenso eingeschrnkt.

Sdseite
Die wohl beliebteste Himmelsrichtung mit der lngsten Sonneneinstrahlzeit, auch im Winter. Problematisch sind Hitzestaus im Hochsommer. Beschattungs- wie auch Belftungsanlagen sind Pflicht. Der optimale (und am huftigsten gebaute) Standort ist die

Sd/West-Seite
Sonnenangebot, Strahlungsintensitt und der Temperaturverlauf sind ber den Tag her gesehen am gnstigsten. Die Nutzung reicht vom Wohnplatz der Familie ber Ruheraum bis hin zum Sauna-Vorraum.


Konstruktion

Spezifische Anforderungen ergeben sich aus den funktionalen Wechselwirkungen zwischen Tragwerk, Verglasung (einschliesslich der Profile) sowie Dichtungen.
Wie beim Hausbau muss das Tragwerk die Lasten bernehmen und in den Boden ableiten. Bei der so genannten Stnderbauweise wird ein Holzskelett aus Schwellen, Stnder und Rahmen einzeln auf der Baustelle aufgestellt und miteinander verbunden. Dafr eignen sich alle gebruchlichen Trgermaterialien. Bei der aus dem Holzfertigbau bekannten Rahmenbauweise werden vorgefertigte Rahmen (in der Regel aus Holz oder Metall) auf der Baustelle verbunden. Beide Tragwerke werden, im Gegensatz zum Hausbau, von oben nach unten hin aufgebaut.

Die wichtigsten Materialien:
Holz
Holz ist trotz Vorbehalten wegen der Holzschutzmassnahmen (konstruktiv, Tiefen- und Oberflchenschutz) eine gute Wahl. Als natrlicher, nachwachsender Baustoff vom kologischen Standpunkt sowieso, ist es auch bauphysikalisch gesehen ein gutes Material. Generell wird brettschichtverleimtes Holz (BSH) wegen der strkeren Verwindungssteife eingesetzt. Dabei empfehlen sich sowohl heimische Nadelholzarten, wie Fichte oder Kiefer, als auch die Laubhlzer Buche und Eiche, weniger tropische Harthlzer (Mahagoni, Meranti).

Aluminium
Im Wintergartenbau weit verbreitet ist Aluminium ein korrosionsbestndiges, relativ wartungsfreies Material. Es werden ungedmmte und gedmmte Verbundprofile mit thermischer Trennung angeboten. Die Statik ist kein Problem, es gibt Profile auch fr Konstruktionen mit grsseren Spannweiten. Verbundkonstruktionen aus Holz und Aluminium liegen aufgrund ihrer optischen Wirkung und ihrer wrmetechnischen Eigenschaften im Trend. Hierbei findet Holz im Rauminnern Verwendung, whrend die Aluminiumprofile aussen der Witterung trotzen. Weitere Materialien fr Wintergrten sind Stahl sowie Kunststoff (PVC) mit Stahlkern.

Glas
Die Auswahl des Glases hngt von der Nutzung des Anbaus ab. Vorherrschend ist eine ganzjhrige Nutzung als Wohnraum. Da bieten sich zweifache Isolierglasscheiben an. Soll der Anbau zustzlich beheizt werden, kommt dreifaches Wrme-Isolierglas zum Einsatz. Fr die Dachschrgen des Glashauses verwendet man Sicherheitsglas, Gussglas, Drahtglas oder Sicherheitsverbundglas. Mglich sind in diesem Fall auch doppelte oder dreifache Stegplatten aus Polycarbonat (Der Einsatz von Acrylplatten sollte vermieden werden!).


Luftaustausch

Neben der Wrmespeicherung und -nutzung spielt vor allem die Belftung des Glasanbaus eine wichtige Rolle. So sollte ein Luftaustausch mindestens 20 mal in der Stunde erfolgen. Kippfenster, Schiebe- oder Falttren sorgen nur bis zu einem gewissen Grad fr einen Luftaustausch.
Der Handel bietet Radial- und Axial- (Walzen) Lfter an. Die Systeme bestehen in der Regel aus einem Abluftgert, welches die Luft nach aussen hin bewegt sowie einer verschliessbaren und automatisch mitfhrenden Nachtstromffnung fr hereinstrmende khlere Luft. Gleichzeitig verringert sich die Gefahr von Hitzestaus und Schwitzwasserbildung.
Einen Durchbruch verspricht der Einsatz eines Lftungssystems, das schon in der Antike bekannt war. Mit ihm wird ein 30-facher Luftaustausch erreicht. Das Geheimnis sind Lftungssteine unter dem Fussboden (Hypotauscher-Steinspeicher) und ein spezielles Lfterschneckensystem.
Generell sollte die Wechselwirkung des Klimas zwischen Kernhaus und Glasanbau nicht unterschtzt werden.

 

 
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