-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Koi-Teiche - 14.08.2018
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FASZINATION KOI

Kaum jemand kann sich der Faszination Koi entziehen, und so kommt es, dass sich immer mehr Menschen für diese schönen Fische begeistern. Irgendwo sieht man sie zum ersten Mal, vielleicht bei Freunden, bei einem Koi- oder Zoohändler oder vielleicht auch in einer öffentlichen Gartenanlage. Durch ihre Farbenpracht und ihr oft sehr zutrauliches Verhalten ziehen die Koi sofort die Aufmerksamkeit auf sich, denn zahme Fische dieser Art lassen sich aus der Hand füttern und streicheln. Sie wachsen dem Pfleger ans Herz, und so ist ein eventueller Verlust oft sehr schmerzhaft.

Bei überstürztem Einkauf, geringen oder keinen Kenntnissen in der allgemeinen Fischhaltung, schlechter Unterbringung ohne Gewährleistung geeigneter Wasserqualität ist aber ein Verlust geradezu vorprogrammiert. Deshalb sei jedem potentiellen Koiliebhaber dringend empfohlen, sich vor dem Erwerb von Koi eingehend mit der zukünftigen Materie zu befassen. Das geschieht am besten durch das Studium guter Fachliteratur und den Besuch erfahrener Koiliebhaber. Eine äusserst wertvolle Hilfe ist der Beitritt in einen Koiverein. Dieser Verein kann vielfältige Hilfeleistungen durch Ratschläge und das Vermitteln von Adressen geben.
Viele Anlagen von Koiliebhabern sind kaum älter als zehn Jahre, oft sogar wesentlich jünger. Deshalb liegen die Erfahrungen der meisten Koiteich-Besitzer auch bei maximal zehn Jahren und darunter, und die Zeit des Experimentierens ist für viele noch lange nicht abgeschlossen. Erfolge und Misserfolge wechseln miteinander ab. Das betrifft vor allem das unmittelbare Lebensmilieu der Koi, das Wasser. Man stellt nicht selten fest, dass sogar gut durchdachte Details, wie zum Beispiel Filter, nicht so arbeiten, wie man sich das vorgestellt hat, und sucht deshalb nach anderen, effektiveren Lösungen.
Oft werden auch viele grundlegende Fehler gemacht, wie:

- Überbesatz,
- Überfütterung,
- Einsetzen neuer Fische ohne Quarantäne,
- Verwendung zu kleiner und deshalb nur ungenügend arbeitender Filter,
- ungünstige Strömungsverhältnisse im Teich,
- ungeeignete Überwinterung
und so weiter.

Immer noch gibt es viele unansehnliche, unzweckmässig angelegte und nicht oder schlecht gefilterte Gartenteiche, in denen Koi gehalten werden. Schon am Rand dieser Teiche erkennt man oft, mit welchen Unkenntnissen der Besitzer an die Teichanlage herangegangen ist: Da sieht man oft einen mehr oder weniger breiten, schwarzen, grünen oder gar blauen Folienrand. Die Teiche sind meistens zu flach, mit sehr trübem oder grünem Wasser gefüllt oder hoffnungslos veralgt.
Für Anfänger in der Fischhaltung - und das sind leider die meisten der neuen Koiliebhaber - führen diese Kriterien früher oder später zum totalen Fischverlust.
Heute findet man trotz der gegenüber Japan noch relativ kurzen Beschäftigung mit Koi schon sehr schöne und zweckmässige Koianlagen, und viele Koiliebhaber haben eigene Wege gefunden, um ihre Koi weitgehend problemlos zu pflegen und auf Dauer gesund zu erhalten. Dabei führen viele Wege nach "Rom".
Wir haben für Sie zahlreiche Koiliebhaber besucht, die sehr dekorative Wassergärten besitzen und ihr Hobby schon seit längerer Zeit sehr erfolgreich betreiben. In loser Reihenfolge möchten wir an dieser Stelle verschiedene Koiteiche vorstellen.

Koianlage Nr. 1

Der Besitzer dieser Koianlage ist ein sehr engagierter und experimentierfreudiger Koiliebhaber. Er ist stets bestrebt, bei seiner Koihaltung den derzeit bekannten, günstigsten technischen Stand zu verwirklichen. Seine Freude am Experimentieren erkennt man deutlich an den vielen, immer wieder erweiterten und zugefügten Anbauten an den Teich. Trotzdem ist diese Technik nicht ins Auge fallend, sondern gut versteckt angebracht, so dass man die Natürlichkeit der im europäischen Stil angelegten Anlage ungetrübt geniessen kann.
Der Teich hat eine ovale Form mit einer grössten Länge von 26 Metern, einer maximalen Breite von drei Metern und einer grössten Tiefe von 1,60 Metern. Er ist mit 1,5 mm starker PVC-Folie abgedichtet, hat einen Bodenabfluss und fasst 45 Kubikmeter Wasser.
Der Teichrand besteht aus Natursteinen und wird durch Kieszonen sowie rechs und links zwei grosse Pflanzenzonen aufgelockert. Die Pflanzenzonen sind nur 40 cm tief und dicht mit Schilf bewachsen. Sie werden vom Filterwasser durchströmt und dienen so als Pflanzenfilter.
Beide Ufer des Teiches verbindet eine hölzerne Brücke.
Der ganze Stolz des Teichbesitzers sind 43 Koi von 45 bis 80 cm Grösse, die ihm sehr zutraulich aus der Hand fressen.
Die technische Ausrüstung des Teiches besteht aus einem Vierkammer-Schwerkraftfilter mit vier Kubikmetern Wasserinhalt, einem Skimmer, einer UV-Lampe und zwei Luftpumpen (Hiblow 40 und Hiblow 60). Täglich wird ein Kubikmeter des Teichwassers durch Frischwasser ausgewechselt. Diese gesamte Technik gewährleistet dem Teichbesitzer im Zusammenhang mit dem grossen Pflanzenfilter sehr gute Wasserwerte für seine Koi.
Im Winter wird der Teich über einen Wärmetauscher von der Haus-Heizungsanlage auf 6°C gehalten, so dass es auch im Winter keinerlei Probleme mit den Koi gibt.

Koianlage Nr. 2

Der Besitzer dieser Anlage ist seit 1987 Koiliebhaber und liess sich diesen Koigarten 1990 bauen.
Der Teich ist gemauert, verputzt und mit Bitumen-Latexfarbe gestrichen. Er hat die Form einer liegenden Acht mit einer Oberfläche von 28 Quadratmetern, ist zwei Meter tief und fasst 43 Kubikmeter. Der Teichrand wurde mit Findlingen gestaltet. Eine gebogene Holzbrücke spannt sich über den Teich. Zur Anlage gehört ein abgeteiltes Sumpfpflanzen-Beet und ein sieben Meter langer Bachlauf mit einem Wasserfall. Beides wird von einer kräftigen Pumpe mit einer Fördermenge von 18 Kubikmetern pro Stunde gespeist.
Gefiltert wird über drei Bodeneinläufe mittels eines Vortex und eines Dreikammerfilters, in dem sich drei Kubikmeter Filtermatten befinden. Belüftet wird der Teich mit einer Hiblow-Luft-Hausheizung auf 10°C gehalten. Der Besitzer hat mit dieser Koianlage seit zwölf Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie läuft problemlos, und eine generelle Filterreinigung war bisher nicht notwendig. Es genügt das zeitweise Ablassen der Bodenablagerungen in den Filterkammern.
Ursprünglich vorhandene Geräte wie ein Sand-Druckfilter und eine UV-Lampe wurden, weil sie sich als nicht erforderlich erwiesen, wieder abgebaut.

 

 
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