-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Systeme - 25.02.2018
 Haustechnik / Wärmeverteilung / Systeme       


VERTEILUNG MIT SYSTEM

Die Wärmeverteilung bestimmt den Wohnkomfort im Haus. Denn das Raumklima verändert sich, je nachdem ob eine Boden- oder Wandheizung, Strahlungs- oder Konvektionswärme eingesetzt wird.

Für die Wärmeverteilung steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Auswahl, eine fundierte Beratung ist daher unerlässlich. Die Aufgabe der Heizungsplaner besteht im wesentlichen darin, aus allen Verteilsystemen das bestgeeignete auszuwählen. Dabei kann zwischen Hoch- und Niedertemperatursystemen, Wand-, Boden- oder Radiatorenheizungen, zwischen Strahlungswärme oder Konvektion entschieden werden. Früher erfolgte die Wärmeverteilung nach dem Schwerkraftsystem. Gemäss dem physikalischen Prinzip, dass warmes Wasser aufsteigt, kaltes schwerer ist und deshalb absinkt. Die später entwickelte Pumpen-Warmwasserheizung arbeitet mit zwei Rohren: eines mit warmem Wasser zu den Heiz-Körpern oder -Flächen, im zweiten Rohr fliesst dann das abgekühlte Wasser wieder zurück. Heute ist eine sternförmig angeordnete, kombinierte Zweirohrverteilung für Niedertemperaturheizkörper und Flächen- oder Bodenheizsysteme Standart der Technik. Thermostatventile am Heizkörper regeln die Raumtemperatur.

Ohne Verluste

Dass bei der Verteilung einiges an Wärme verloren geht, versteht sich von selbst. Diese Verluste bezeichnet man als Rohrwärme- oder Verteilungsverluste. Man kann sie durch fundierte Planung in Grenzen halten. Die Möglichkeiten dazu sind zum Beispiel, die Rohrleitungsquerschnitte so gering wie möglich zu halten, damit die wärmeabgebende Oberfläche beim Transport klein ist, die Kesselanlage mitsamt dem Rohrleitungsnetz genügend zu dämmen und die Wege der einzelnen Leitungen sinnvoll und kurz zu halten.

Regulierung

Da eine richtig geplante Wärmeverteilung vor allem den Wohnkomfort steigern soll, lohnt es sich, über die Bedingungen von gutem Raumklima nachzudenken. Es hat sich herausgestellt, dass über 90 Prozent der Menschen kühle Decken und warme Wände bevorzugen. Deshalb werden die Fenster und die Gebäudehüllen zu den bestimmenden Bauteilen für die Behaglichkeit. Von den kühlen Aussenwänden und besonders von den Fenstern fliesst kalte Luft, die sich im Raum verteilt. Eine geschickte Plazierung der Heizflächen, möglichst unter den Fenstern oder im ganzen Fussboden, erwärmt die herunterfliessende Kaltluft sofort. Durch Bodenheizungssysteme lassen sich auch Wände mit Wärme versorgen. Wegen des Speichervermögens von Beton und Stein ist diese Methode auch unter der Bezeichnung Bauteilaktivierung bekannt, die übrigens auch zur Kühlung einsetzbar ist. Wie eine Speicherheizung geben die mit wasserführenden Elementen versehenen Bauteile noch eine Zeitlang Wärme ab, auch wenn keine mehr zugeführt wird.

 

 
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