-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Solarenergie - 25.02.2018
 Haustechnik / Sonnenenergie / Solarenergie       


SONNE&CO

Der Einbau einer Solaranlage ist so attraktiv wie selten zuvor. Das eingesetzte Kapital fliesst weitgehend zurück. Die Sonne ist eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle. Dabei steht sie jedem, jeden Tag umweltfreundlich, emissionsfrei und kostenlos zur Verfügung.   Kein Energieversorger kann eine Rechnung schicken, nur die Anschaffungskosten der Anlage fallen einmalig an. Mit einer, selbst für Fachleute nicht möglich gehaltenen, technischen und wirtschaftlichen Entwicklung ist die Nutzung der Sonnenenergie mittels der Solarthermie (Kollektoren erzeugen Warmwasser) und der Photovoltaik (Licht wird in Strom umgewandelt) vorangeschritten.

Warmwasser und Heizung

Wärme gibts das ganze Jahr. Darauf können Sie sich verlassen. Denn Sonnenkollektoren sind mit jeder anderen Wärmeerzeugung kombinierbar, die in sonnenarmen Zeiten zum Zug kommt, z.B. Holzfeuerung, Wärmepumpe, Öl- oder Gaskessel. Die Grösse der Solaranlage und ihre Einbindung ins Heizsystem hängen von der Wärmenutzung und der Zusatzenergie ab.

Sonnenenergie und Baustandards mit Zukunft
Eine weitgehend solare Energieversorgung eines Gebäudes ist technisch möglich. Dafür eignen sich Neubauten, die einen sehr tiefen Wärmebedarf aufweisen (z.B. Minergie- oder Passivhaus). Ein Holzofen oder eine Beheizung über das Lüftungssystem sind denkbare Zusatzheizungen. Eine sorgfältige Planung von Gebäude und Haustechnik ist hier Voraussetzung für den Erfolg.

Warmwasser für Haushalte
In diesem Fall deckt die Sonne 60% bis 70% des jährlichen Energiebedarfs für das Warmwasser. Im Trend sind so genannte Kompaktsysteme - vorfabrizierte Einheiten, die sämtliche Anlagekomponenten beinhalten. Vorteile: geringer Planungsaufwand, schnelle Montage, aufeinander abgestimmte Bauteile, optimierte Betriebsweise, tiefe Investitionskosten, Service und Garantie aus einer Hand.

Wasservorwärmung im Mehrfamilienhaus
Das ist eine der wirtschaftlich interessantesten Anwendungen. In grösseren Wohnbauten liefert die Solarwärme 30% bis 50% des jährlichen Energiebedarfs für das Warmwasser. Man spricht von solarer "Vorwärmung", da auch ausserhalb der Heizperiode eine Nachheizung zur Sicherstellung des Komforts nötig ist. Die Dimensionierung der Anlageteile und die Einbindung ins Heizsystem sind abhängig von der Objektgrösse und werden häufig durch einen Fachplaner vorgenommen.

Warmwasser und Heizungsunterstützung
Sonnenkollektoranlagen, die zur Wassererwärmung und zur Raumheizung genutzt werden, decken mindestens 25% des jährlichen Energieverbrauchs für Warmwasser und Heizung. Im Sommer reicht die gespeicherte Sonnenenergie aus, um mehrtägige Schlechtwetterperioden zu überbrücken. Während der Heizperiode - insbesondere im Herbst und im Frühling - wird die Betriebszeit der konventionellen Heizung deutlich reduziert. Auch für diese Anwendung kommen zunehmend Kompaktsysteme auf den Markt.

Schwimmbadheizung
Einfache Sonnenkollektoranlagen für die Wassererwärmung in Freibädern garantieren komfortable Wassertemperaturen und verlängern die Badesaison. Zum Einsatz kommen unverglaste Kollektoren aus schwarzem Kunststoff oder Chromstahl, die direkt vom Bassinwasser durchflossen werden. Eine Zusatznutzung der Sonnenwärme zu Duschzwecken ist möglich. Solaranlagen für Schwimmbäder sind die wirtschaftlichste Anwendung thermischer Sonnenenergienutzung. Die Verwendung erneuerbarer Energien ist für die Beheizung von Freibädern in verschiedenen Kantonen Vorschrift.


Spezialnutzungen
Sonnenkollektoranlagen kommen auch für spezielle Wärmenutzungen zum Einsatz: Luftvorwärmung von Lüftungsanlagen, Wassererwärmung für Waschanlagen und Wäschereien, Dörranlagen, Heutrocknung, in technischen Prozessen, Bassinwassererwärmung in Hallenbädern, usw. Solche Spezialanwendungen müssen von ausgewiesenen Fachleuten geplant und ausgeführt werden.


Strom

Eine andere Art der Sonnenenergienutzung sind die Photovoltaikanlagen. Hier wird die Sonnenenergie in amorphen, mono- oder polykristallinen Zellen in elektrischen Strom umgewandelt. Die Photovoltaik-Anlagen mit den geringsten Investitionskosten und dem höchsten Nutzungsgrad sind netzgekoppelte Anlagen im Parallelbetrieb. Sie speisen den erzeugten Strom direkt in das Hausnetz ein (ohne Batteriebetrieb). Der erzeugte Strom (Gleichstrom) wird in einem Wechselrichter in den notwendigen 50-Hertz/230-Volt-Wechselstrom umgewandelt. Benötigt werden Solarzellenmodule, Gleichrichter, Regeleinrichtungen sowie zwei (oder ein auch rückwärts zählender) Stromzähler. Insel-Anlagen mit Akkus werden nur noch auf entlegenen Häusern ohne Stromversorgung, auf Schiffen, in Gärten oder anderen speziellen Örtlichkeiten eingesetzt.


Betrieb

Bedienung und Wartung einer Solaranlage sind äusserst einfach. Sie beschränken sich auf wenige Sichtkontrollen im Jahr. Periodisch - im Abstand einiger Jahre - muss der Kollektorkreis überprüft werden. Da Solaranlagen aus einfachen, bewährten und grösstenteils nicht beweglichen Komponenten bestehen, ist der Unterhalt und Verschleiss gering.


Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich der Einsatz der Sonnenenergie? Dies lässt sich auf verschiedene Arten berechnen. Zweckmässig ist die Berechnung des so genannten Sonnenenergiepreises. Er ist definiert als Verhältnis zwischen den (Mehr-)Kosten der Solaranlage und der eingesparten Energie. Bei Kompaktanlagen und Vorwärmeanlagen für Mehrfamilienhäuser liegt der Sonnenenergiepreis zum Teil unter 20 Rappen pro Kilowattstunde und ist vergleichbar mit dem Preis von elektrisch erzeugter Wärme.


Förderbeiträge

Einige Kantone und Gemeinden unterstützen Solaranlagen mit direkten Beiträgen. Dazu kommen steuerliche Begünstigungen bei Anlagen auf bestehenden Gebäuden. Nähere Angaben sind bei den kantonalen Energiefachstellen und den Energieberatungsstellen erhältlich.


Baugesuch

In einzelnen Kantonen sind die Baubewilligungsverfahren stark vereinfacht oder fallen weg. Erkundigen Sie sich bei den kantonalen Energiefachstellen.


Qualitätssicherung

Leistungstests und Qualitätsstandards garantieren hohe Produktequalität. Es bestehen internationale Qualitätsnormen. Die meisten Solaranlagenhersteller lassen ihre Kollektoren und Systeme am Institut für Solartechnik SPF der Hochschule für Technik Rapperswil testen. Geprüft werden Wirkungsgrad, Ertrag, Materialeigenschaften und Lebensdauer. Produkte, die den Test bestehen, erhalten ein Qualitätslabel. Das SPF-Label oder ein entsprechendes ausländisches Zertifikat ist zumeist Voraussetzung für Förderbeiträge der Kantone.

 

 
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