-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Tapeten - 25.02.2018
 Ausbau / Wandbeläge  / Tapeten & Farben       


INDIVIDUELLE GESTALTUNG

Der Mensch wird in seinen Stimmungen und Empfindungen entscheidend von Farben beeinflusst. Die Wirkungen der Farben auf unsere Psyche sollte der Bauherr bei der Gestaltung der Wände mit Farben oder Tapeten beachten. Verwendet werden neben Farben, Papier-, Vinyl- oder Textiltapeten auch Naturfaserdekors, Edelputze und Flüssigtapeten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Tapezierarbeiten werden überwiegend selbst erledigt. Professionelle Ergebnisse erzielt jedoch nur derjenige, der wenige, aber entscheidende Regeln beachtet. Für Farben gilt: Der Bauherr ermittelt die Flächensumme und errechnet danach mit Hilfe der Verbrauchsangaben auf den Büchsen die benötigte Farbmenge. Für die Auswahl des Klebers gilt: Je schwerer die Tapete und je saugfähiger das Material, umso dicker sollte der Kleber angesetzt werden. Für normale Papiertapeten genügt so genannter Normal-Kleber, schwere Struktur-, Vinyl- oder Textiltapeten benötigen Spezialkleber. Im Bad erreicht man durch Kleberzusätze aus der Büchse festen Sitz und hohe Diffusionsfähigkeit. Damit wird ein Schimmelbefall vermieden. Die Einweichzeit ist das nächste Geheimnis des Profis. Zu lange gelagert, reisst die Tapete schon beim Anlegen. Zu kurz gelagert, gibt es Falten, die sich auch nach dem Trocknen nicht wegziehen. Die so genannte Druckprobe zeigt es. Lassen sich die beiden aufeinander liegenden Innenseiten der eingestrichenen Bahn bei leichtem Druck mit dem Finger unmittelbar wieder voneinander lösen, muss die Einweichzeit verlängert werden. Bleiben sie aneinander haften, kann tapeziert werden. Begonnen wird mit der ersten Bahn (lotrecht ausgerichtet) immer nahe eines Fensters. Das Licht muss auf die überlappende Kante fallen, ansonsten wirft sie Schatten. Bei auf Stoss geklebten Tapeten ist dieses unerheblich. Alle weiteren Bahnen werden nun haargenau an die erste angesetzt und mit Bürste und Gummiwalze angedrückt.


Farben und Lacke

1. Farben
Leimfarbe (lässt sich nicht überstreichen)
Dispersionsfarbe (flüssig oder pastös unterteilt nach wisch- und waschbeständig, wird auch Latexfarbe genannt)
Silikatfarbe (auf Wasserglasbasis säure- und laugenbeständig. Achtung bei Verarbeitung: Augen schützen, stark alkalisch!)
Kaseinfarbe (reine, wischfeste Naturfarbe auf Quarkbasis)
Naturharzdispersionsfarbe (auf Basis reiner Naturharze, trocknet lange, ist fleckenempfindlich)
Kalkfarbe (enthält keine Lösungsmittel, ist nicht wischfest)

2. Lacke
Alkydharzlacke (auch als Dispersionslack oder -lasur im Handel erhältlich, mehrmaliger Schichtaufbau möglich, Schichtaufbau wie vor nicht notwendig. Kann mit Wasser verdünnt werden)
Reaktionslacke (auch als Ein- oder Mehrkomponentenlacke bezeichnet, weniger für Laien geeignet, sind besonders hart und widerstandsfähig, beispielsweise Polyester- und Polyurethanlack)

Tapeten-Vielfalt
Raufasertapete wird durch feingemahlene Holzspäne und Holzmehl, innerhalb von zwei Schichten Papier eingebettet, hergestellt. Je nach Stärke dieser Holz-Einlagen werden sie in fein, mittel und grob unterteilt.
Prägetapeten bestehen aus zwei Schichten Papier, die nach dem Zusammenleimen in noch feuchtem Zustand unter hohem Druck geprägt werden (auch Struktur- oder Duplextapeten).
Strukturtapeten entstehen unter Verwendung von expandiertem Kunststoff und gleichen sehr gut kleinere Unebenheiten der Wände aus. Diese Tapeten sind reinigungsfähig. Die Nähte der Tapeten sind wasserdampfdurchlässig und damit auch für Bäder und Küchen geeignet.
Leimdrucktapeten gibt es in vier verschiedenen Sorten, alle aus einer Schicht Papier. Qualität und sehr unterschiedliche Preise resultieren aus den Dicken des Papiers. Man unterscheidet zwischen:

Relieftapeten, sie sind mit dickflüssiger Farbpaste versetzt. Eine gewisse Mauerwerk- oder Rauputzstruktur wird damit imitiert;
Fondtapeten, sie werden mit einer Grundfarbe versehen, dann mehrere Farben aufgedruckt;
Naturelltapeten, diese sind nicht vollständig mit Farbe bedruckt;
Deckertapeten sind dagegen vollständig mit Farbe bedruckt.
Vinyltapeten bestehen aus einer Schicht Papier mit einer Vinylbeschichtung. Beide Schichten sind fest miteinander verbunden. Die Vinylvorderseite ist bedruckt, glatt oder geprägt. Die Tapeten sind durch die Kunststoffschicht strapazierfähig und abwaschbar und werden deshalb vorwiegend in Küchen, Badezimmern, Dielen und Treppenhausbereichen eingesetzt.
Textiltapeten bestehen aus einer Schicht Papier mit aufkaschiertem Textilmaterial. Die Tapeten sind empfindlich und nicht abwaschbar. Als Sonderformen gibt es noch vorgeleimte und wieder abziehbare Tapeten.
Velourstapete. Bei dieser Tapetenart werden kurze Natur- oder Chemiefasern auf das Trägermaterial aufgeflockt. Hierbei wird zu Beginn das Muster mittels Leim aufgedruckt, sodass die kurzen Fasern nur auf den leimbeschichteten Bereichen haften bleiben.

 

 
.