-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Sauna - 25.02.2018
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WOHLTAT FUER DIE NERVEN

Fertig mit den Nerven - so fühlt sich mancher in belastenden Lebenssituationen. Wird das Gefühl zum Dauerzustand, reagiert der Körper mit Beschwerden, und alles fällt noch schwerer. Doch muss es nicht soweit kommen. Wer regelmässig für entspannenden Ausgleich sorgt, kann den Teufelskreis durchbrechen. Wir empfehlen: Saunabaden mit Farblicht.

Jedes Geräusch fährt durch Mark und Bein, bereitet fast körperliche Schmerzen. Jede unbedachte Bemerkung kann Tränen auslösen, jede Anforderung erscheint wie ein unüberwindbarer Berg. Alltägliche Abläufe gelingen nur noch mühsam - die Nerven liegen blank. Der Verursacher: Stress.

Zeitdruck, Hetze, Konflikte, Ärger, Sorgen und Lärm steckt der Mensch nur eine Zeit lang weg. Wird es zu viel, schlägt der Körper Alarm. Wie kommt es dazu? Die Sinnesorgane nehmen die Stressreize auf, die Nerven leiten sie weiter an das Gehirn. Hier regt die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) die Nebennieren zur vermehrten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol an, die über die Blutbahn in sämtliche Organe gelangen. Das Ergebnis: Die Muskeln spannen sich an, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Atmung beschleunigt sich, die Verdauungsorgane werden weniger stark durchblutet.

Auf Dauer schwächt diese negative Art von Stress (Distress) das Immunsystem. Viren, Bakterien und auch Krebszellen haben dann ein leichtes Spiel, sich auszubreiten. Nebenbei können alle möglichen Beschwerden auftreten. Bluthochdruck und Magenprobleme sind bekannte Beispiele dafür.

Dabei ist Stress in Massen gesund: Seit Urzeiten unterstützt diese Fähigkeit des Körpers den Menschen, um auf Kampf oder Flucht reagieren zu können. Auf die heutige Zeit übertragen: Körperliche und geistige Anstrengung spornt zur Leistung an und hinterlässt schliesslich das zufriedene Gefühl und die Freude, sein Pensum erledigt zu haben - das ist die positive Form von Stress (Eustress).

Kritisch wird es, wenn der Betroffene den Stress als Dauerzustand und als Überforderung erlebt. Dann sollte er die Ursachen für den Stress oder seine Einstellung dazu überprüfen oder - sich den nötigen Freiraum für kontinuierliche Entspannung verschaffen.

Regelmässiges Saunabaden hat sich beim Abbau von Stress bewährt. "In der Sauna verraucht der Zorn", behauptet der finnische Volksmund. Zu Recht, denn die Sauna wirkt positiv auf unser Nervensystem. Was geschieht überhaupt auf dieser hochsensiblen, schwer fassbaren Ebene? Das cerebro-spinale Nervensystem unterliegt dem menschlichen Willen und der direkten Auseinandersetzung mit der Umwelt. Das autonome, vegetative Nervensystem arbeitet unbeeinflussbar und autonom. Es hält lebensnotwendige Organtätigkeiten aufrecht, regelt Atmung, Kreislauf, Verdauung, Stoffwechsel, Drüsentätigkeit und Fortpflanzung. Alle diese Aufgaben übernehmen zwei Gegenspieler, die im permanenten Wechselspiel tätig sind - der Sympathikus und der Parasympathikus. Der Sympathikus ist der mehr leistungsbezogene, aktive, der Parasympathikus der eher auf Erholung und Ruhe ausgerichtete Teil.

Beim Saunabaden setzt sich der Körper mit seiner ganzen Oberfläche und den Rezeptoren der Haut den Wechselreizen des Schwitzbades aus. Die aufeinander folgenden Warm- und Kaltreize sprechen wechselseitig das vegetative Nervensystem an. In der ersten Zeit der Wärmeanwendung, kurz nachdem sich der Badende auf der Saunabank niedergelassen hat, macht sich der Einfluss des Parasympathikus bemerkbar. Er löst eine Erweiterung der Hauptblutgefässe aus, ist bei der Tätigkeit der Schweissdrüsen beteiligt und bewirkt ein Nachlassen der Muskelspannung.

Wenn das Abkühlen des Körpers durch die Schweissverdunstung an Grenzen stösst und die Körperkerntemperatur steigt, dann antwortet der Körper mit einer allgemeinen Erregungszunahme des vegetativen Systems (Sympathikus): Die Herzfrequenz steigt, wobei die beruhigende Wirkung überwiegt. Die nachfolgende Abkühlung im Tauchbecken aktiviert den Sympathikus: Die Blutgefässe verengen sich, und der Blutdruck steigt. Der Parasympathikus sorgt dafür, dass die Pulsfrequenz absinkt. Am Ende des Badeablaufes machen sich die anregenden Auswirkungen anhaltender und ausgeprägter bemerkbar. Das liegt daran, dass unsere Haut über zehnmal mehr Kältrezeptoren als Wärmerezeptoren verfügt und diese Temperaturfühler auch näher an der Hautoberfläche liegen. Besonders erholsam wirkt die einige Zeit nach dem letzten Bad auftretende beruhigende Nachschwankung (Parasympathikus), verbunden mit ruhiger Herzschlagfolge, umfassender Muskelentspannung und einer angenehmen Müdigkeit.

Die rasche Reaktion des unabhängig schaltenden Nervensystems während des wechselwarmen Schwitzbadens ist also der wesentliche Grund für die nachhaltige, positive Wirkungsweise der Sauna. Untersuchungen über das Schlafverhalten nach dem Saunabaden ergaben bemerkenswert positive Ergebnisse: Wesentlich schnelleres Eintauchen in die erholsamere Tiefschlafphase, längeres Verbleiben und folglich viel weniger Halbwachphasen mit unangenehmen Träumen. Das zeigen die Ergebnisse von EEG-Messungen, bei denen die Aktivitäten der Gehirnströme untersucht werden. Zudem konnte man, bedingt durch die Erhöhung der Temperatur im Gehirn, ein Ansteigen der schlaffördernden Substanz Seratonin feststellen. Deshalb eignet sich die Sauna vor allem für übermässig Gestresste mit regelmässigen Ein- und Durchschlafproblemen. Indem sie entsprechende Körperreaktionen auslöst und sie im positiven Sinne sogar trainieren kann, mildert die Sauna Negativstress ab. Dazu gehört die angenehme Entlastung von Herz und Kreislauf durch die Weitstellung selbst kleinster Blutgefässe und das Auflockern stressbedingter Muskelverspannungen. Das Saunabad bietet demnach einen effizienten Antistressmix. Doch gilt auch hier das richtige Mass, das Einhalten der Badeanleitung, um den Körper vom milden, positiven Stress profitieren zu lassen.

Der Einsatz von Farblichtstimulation unterstützt die gesundheitsfördernden Auswirkungen der Sauna und beeinflusst je nach Intensität und Dauer auch das geistige und körperliche Wohlbefinden.

Durch eine Zusatzeinrichtung in der Kabine erzeugen die vier Spektralfarben Rot, Blau, Gelb und Grün unterschiedliche Stimmungen. Der Saunabadende kann über einen Tastenschalter die Lampen meist einzeln oder gleichzeitig schalten, sodass zusätzlich interessante Farbkombinationen entstehen. Neben der ausgleichenden Wirkung aufs Gemüt reguliert Farblicht auch Stoffwechselvorgänge.

Neurophysiologen haben in den menschlichen Zellen sogar regelrechte Ankerplätze entdeckt, die exakt auf das Licht reagieren. Dabei hat jede Wellenlänge ihre eigene Wirkung. Forscher vermuten, dass einzelne Substanzen im Hormonhaushalt zwischen den Farben des Lichts unterscheiden und entsprechend unterschiedlich reagieren. So soll die Farbe Rot bei Akne, Sonnenbrand und Ekzemen die Haut positiv beeinflussen, Gelb bei einer nachlassenden Elastizität der Haut helfen und Grün bei chronischen Krankheiten den Heilungsprozess unterstützen. Eine vielfältige Heilkraft wird auch dem Blau nachgesagt: von der Schlafförderung über die Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Blut bis hin zur Fiebersenkung.

Die Farblichtstimulation ergänzt und verstärkt sinnvoll die bewährten gesundheitlichen Vorzüge des Saunabadens: Stärkung von Herz, Kreislauf und Immunsystem, Entschlackung des Körpers von Giftstoffen und Verbesserung der Hautstruktur. Darüber hinaus bringen die farbigen Lichtspiele neue Erlebniswelten ins Heissluftbad, indem sie die Neugier des Besuchers erwecken und die Sauna um eine weitere attraktive Dimension erweitern.


Wie wirkt Farblicht?

Gelbes Licht erzeugt sommerliche Gefühle und eine heitere, unbeschwerte Atmosphäre. Es hilft bei Depressionen, vor allem im Winter bei Lichtmangel.

Das kühle Blau entspannt und bringt Ruhe in den Organismus. Es eignet sich deshalb ideal zum Meditieren und Träumen.

Die entspannende und erholsame Wirkung des grünen Lichts hilft, sich rundherum zu regenerieren und die Nerven zu beruhigen.

Das erregende Rot motiviert, weckt die Lebensgeister und regt die Herz- und Lungentätigkeit an.

 

 
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