-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Schwimmbad-Bau - 22.05.2018
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SCHWIMMBADBAU

Die Schwimmbad-Typen

Die Palette gängiger Schwimmbad-Typen reicht vom traditionellen Mauerwerksbau über Stahlbeton bis hin zu Stahl, Kunststoff und Holz. Die im Aufbau einfachste Variante stellt das oberirdisch platzierte Schwimmbecken dar. Es gibt Bausatzbecken aus verzinktem, kunststoffummanteltem Stahl. Diese werden auf einer verdichteten Kies- oder Betonschicht und einem Unterlegvlies in kurzer Zeit montiert, die Folie eingehängt, die Umwälzanlage installiert, und schon kann der Badespass beginnen. Rundbecken nach diesem Konstruktionsprinzip gibt es von 3 bis 10 Metern Durchmesser, in den Höhen 60, 120 und 150 Zentimetern.Diese Bausatz-Pools können auch teilweise oder ganz in die Erde eingelassen werden. Für den dauerhaften, vollständigen Einbau in die Erde ist jedoch eine Hinterfüllung aus Magerbeton nötig, damit beim Ablassen des Badewassers der seitliche Erddruck das Becken nicht verformen kann.

Ein weiteres sehr bewährtes System ist die Elementbauweise in Holz. Auf den ersten Blick mag es
erstaunen, dass Holz für den Schwimmbadbau geeignet sein soll. Doch bei genauerem Hinsehen, spricht vieles für diese in der Schweiz entwickelte Variante, die viele Vorteile in sich vereinigt. Zum
einen kann auf die Hinterfüllung mit Magerbeton verzichtet werden. Was auf den Preis einen wesentlichen Einfluss hat. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Isolationswirkung von Holz. Dieser Aspekt kommt vor allem im doch etwas kühleren Klima Westeuropas zum Tragen. Durch die Isolationswirkung von Holz erreicht man eine 3-5 Grad wärmere Wassertemperatur. Auch langfristig ist die Schwimmbadkonstruktion aus Holz ökonomischer genauso wie ökologischer. Mit relativ geringem Aufwand können Teile erneuert werden. Und dies auch nachdem die beeindruckende
Garantiezeit von 20 Jahren erreicht wurde.


Die zweite Variante sind Fertig-Pools aus Polyester (GFK-Glasfaser-Kunststoff) Idealerweise kann der Bauherr "ihre" Form aussuchen. Wichtig ist, dass bei der Wahl des Fabrikats auf die richtige Herstellung geachtet wird. Nur Becken, welche mit Isoftalsäureharz gefertigt und in Spezialöfen einer Wärmebehandlung unterzogen wurden, geben Ihnen eine grösstmögliche Sicherheit gegen Osmose (Bläschenbildung an der Oberfläche). Lassen Sie sich unbedingt ein Hersteller-Zertifikat aushändigen. Die Becken sind bis zum Rand ebenfalls in die Erde einzulassen, und auch eine Betonbodenplatte sowie eine wasserdurchlässige Hinterfüllung ist notwendig. Zusatzeinrichtungen, wie beispielsweise die Treppe, sind bereits in die Form integriert.Eine noch junge Variante im Angebot  ist der Pool aus recyceltem Material. Aus Plastikabfällen gefertigte Module werden vor Ort zusammengefügt und ebenfalls mit einer Folie versehen. Eine Betonsohle und eine Hinterfüllung (am besten mit Thermocell-Leichtbeton) ist wie auch bei den Rundbecken vonnöten.
Neben diesen Varianten stellen Schwimmbecken aus Mauerwerk und Stahlbeton immer noch den grössten Anteil dar.  Diese Arbeiten sollten Fachleuten überlassen bleiben.
Die Alternative sind Whirlpools. Diese Fitness-Wasserspiele können auf kleinem Raum (i.d.R. 2,5 x 2,5 m) aufgestellt werden. Sie benötigen nur Wasser und einen Stromanschluss. Beheiztes Wasser und bis zu 100 Düsen garantieren entspannende wie gesundheitsfördernde Unterwassermassagen.


Die Technik

Die ausgereifte Schwimmbad-Technik sorgt dafür, dass ihr Poolwasser auf Dauer im einwandfreien Zustand bleibt.Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

1. Die Wasseraufbereitung Nur sorgsam abgestimmte Komponenten führen zu einem optimalen Ergebnis. Die Gesamtheit ist nur so gut, wie die einzelnen Komponenten. Wählen Sie deshalb das Wasseraufbereitungssystem eines Anbieters aus, der ein komplettes Angebot offerieren kann.

2. Die Filteranlage Sie wälzt das Badewasser um und hält dabei Schmutzstoffe zurück. Je mehr Verunreinigungen zurückgehalten werden, umso weniger Desinfektionsmittel ist nötig. Im privaten Bereich werden z. B. durch Sand-Filteranlagen sehr gute Ergebnisse erzielt. Der zurückgehaltene Schmutz muss wöchentlich ausgespült werden.

3. Die Desinfektion Chlorhaltig oder chlorfrei? Dies ist fast schon eine Glaubensfrage, und die Verwirrung ist gross. Es gibt unzählige chlorfreie Chemikalien, deren Wirkung auf den Menschen noch nicht erforscht sind. Der pH-Wert, die Redox-Spannung, Skimmer und Überlaufrinne sind weitere wichtige Aspekte, die beim Schwimmbadbau berücksichtigt werden müssen. Die neusten Entwicklungen gehen in Richtung Vitalisierung statt Konservierung. Einer der führenden Experten auf diesem Gebiet ist der deutsche Wasserforscher Roland Plocher. Bereits heute gibt es bewährte Verfahren von Schwimmbadfirmen, die mit nur noch sehr geringen Mengen an Wasserpflegemitteln auskommen oder teilweise sogar ganz verzichten können.
- Ein Überlaufbecken wird meist durch Bodendüsen mit gefiltertem Wasser im Becken umgewälzt und läuft über eine Überlaufrinne in einen Ausgleichsbehälter. Dort wird es von der Filterpumpe angesaugt und durch den Filter gepumpt. Dadurch wird das Schwimmbadwasser sehr gleichmässig im Becken von unten nach oben bewegt. Da die Beckenhydraulik sehr gleichmässig verläuft, gibt es keine so genannten toten Zonen, in denen die Desinfektion nicht stattfinden kann.Überlaufschwimmbecken zählen zu den exklusiven Schwimmbecken, da der Technikaufwand wesentlich grösser ist als beim Skimmerbecken
- Ein Skimmerbecken wird durch gezielt angeordnete Einlaufdüsen mit gefiltertem Wasser im Becken umgewälzt. Das verschmutzte Schwimmbadwasser wird über einen Skimmer (Oberflächenabsauger) und einen Bodenablauf von der Filterpumpe angesaugt und durch den Filter gepumpt. Dadurch wird das Wasser vertikal durch das Becken bewegt, es entsteht eine Strömung unter und auf der Wasseroberfläche, die das Becken durchströmt.

4. Die Schwimmbadheizung kann über die Hausheizung oder über die Wärmepumpe erfolgen. In der heutigen Zeit werden aber vorallem Solaranlagen eingesetzt. Bei Solaranlagen denkt noch mancheiner an aufwendig verglaste Kisten auf dem Dach. Falsch - Die Solarsysteme für's Schwimmbad im eigenen Garten kommen mit viel einfacherer Technik aus, denn sie brauchen keine so hohen Temperaturen 25 bis 28° Wasserwärme reicht auch selbst an kühlen Tagen zum Baden. Dies schafft ein Absorber mühelos und das von Mai bis Anfang Oktober.Der Vorteil liegt auf der Hand, denn Solarsysteme amortisieren sich schnell.Ein nicht abgedecktes Becken mit 40 Kubikmeter Wasserinhalt erfordert bei 25° etwa 200 l Oel pro Monat..
Energieeinsparung ist auch das wichtigste Motiv für die Anschaffung einer Abdeckung. Egal welche Art von Abdeckung bevorzugt wird; es lassen sich damit bis zu 70% der Energiekosten einsparen.


Die Folienauskleidung

Die Auskleidung von Schwimmbecken mit Folien gehört schon seit langem zu den klassischen Verfahren im Schwimmbadbau, sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen. Die Technik hat sich mittlerweile bewährt und, vorausgesetzt die Folie wird richtig und fachmännisch verlegt, garantiert sie die Dichtheit des Beckens. Zu unterscheiden sind dabei zwei verschiedene Systeme:
Einmal die sogenannte Sackfolie, die an einem Stück ins Becken eingebracht wird und in der Regel bei Holz-,  Fertig- oder Selbstbaubecken zum Einsatz kommt, und zum anderen die hochwertigere, oberflächenbehandelte Schwimmbadfolie, die vor Ort bahnenweise im Becken verschweisst wird. Als Beckenkörper kommt alles in Frage, was dem Wasser, bei Bedarf auch dem Erddruck, standhält. Meist besteht die Folie heute aus 2 aufeinander verschweissten PVC-Folien mit einer Einlage aus Polyestergewebe. Im Walzwerk werden die dünnen Ausgangsfolien mit dem dazwischenliegenden Polyestergewebe verschweisst. Das Ergebnis ist dann eine verzugsfreie 1,5 mm dicke Kunststoffbahn, die auf die Beckenoberfläche aufgebracht werden kann.

Nehmen wir zuerst die Sackfolien, die ins Becken eingehängt werden können. Die Folie wird hier nicht verklebt, sondern sie liegt innen ohne Verklebung an und wird nur am Beckenrand an einem Aufnahmeprofil festgeklemmt. Lediglich an den Anschlusspunkten für Rohrdurchführungen, Scheinwerfer oder Skimmer befinden sich Fixpunkte, an denen die Folie mit dem Untergrund fest und dicht verbunden ist. Beim Füllen des Beckens zieht dann das Gewicht des Wassers die Folie glatt.
Anders sieht es bei Folien aus, die bahnenweise im Becken verschweisst werden, eine Arbeit, die nur von fachmännisch geschulten Verlegern durchgeführt werden sollte. Man nimmt heute fast ausschliesslich die 1,5 mm dicke Folie, die in Rollenbreiten von 1,5 - 2 m an die Baustelle angeliefert wird. Mittlerweile hat das fachgerechte Heissluftverschweissen, das früher auch gängige Quellschweissen abgelöst. Beim Schweissen wird nämlich das Foliengewebe flüssig und verbindet sich so stark miteinander, dass sich selbst bei roher Gewalt das Gewebe nicht mehr voneinander trennen lässt. In der Regel werden etwa 5 - 10 cm überlappt und dann miteinander verschweisst. Die Nähte werden dann noch zusätzlich mit flüssiger Folie versiegelt. Bei fachgerechter Ausführung sind Undichtigkeiten so gut wie ausgeschlossen. Problematisch wird es erst, wenn es um die Anschlüsse von Scheinwerfern und anderen Einbauteilen geht, weil hier Undichtigkeiten nicht so schnell ans Tageslicht kommen. Ob eine Naht gut verschweisst und somit dicht ist, kann man leicht mit einer Nadel prüfen. Eine Düse oder ein Skimmer jedoch werden eingeflanscht und müssen deshalb auch sorgfältig ausgeführte Flanschnähte bekommen, weil im nachhinein nichts zu sehen ist.

 

 
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