-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Dacheindeckung - 25.02.2018
 Rohbau / Dach / Dacheindeckung       


MATERIALIEN, FORMEN, UND FARBEN

Dacheindeckung
Jahrhunderte lang kam auf das Dach, was die Region zu bieten hatte. Heutzutage stehen Architekten und Bauherren vor einer schier unerschöpflichen Auswahl an Materialien in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Als Auswahl stehen folgende Materialien zur Verfügung:

Tondachziegel
Aus reinem Ton oder einer Ton-Lehmmischung geformt, getrocknet und gebrannt, zählt der Dachziegel zu einem der haltbarsten Deckungsmaterialien. Die offenporige Struktur des Tons erlaubt dem Ziegel zu "atmen": Er kann Feuchtigkeit schnell auf- und wieder abgeben und verhindert so, dass sich Wasser unter ihm ansammelt und das Unterdach angreift. Dachziegel sind relativ unempfindlich gegenüber Moos- oder Algenbewuchs, Vogelkot und anderen Verunreinigungen.

Flachziegel:
-Biberschwanzziegel im Rund-, Segment-, Spitz-, Gerad-, Rautenspitz-, Gotischen und Sechseckschnitt (in verschiedenen Stärken und Grössen)

Hohlziegel:
auch Pfannen genannt, sind in den Flächen stark gekrümmt. Dazu zählen:
- Nonnenziegel (auch Rinnenziegel genannt) und
- Mönchziegel (auch Deckziegel genannt); beide ergeben die Mönch-Nonnenbedeckung,
- die S-förmig gekrümmten Hohlpfannen mit rechts- oder linksseitiger Krempe, die über den Nachbarziegel greift, und
- Doppelkremper mit doppelseitiger Krempe. Diese Ziegelgruppe wird vor allem auf Klöstern, Kirchen und wichtigen Gebäuden eingedeckt.

Falzziegel:
ebene oder gekrümmte Querschnitte, einfache oder doppelte Falze am Kopf und/oder an den Seiten. Dazu zählen:
- die flache Falzplatte und die hohlpfannenförmige Flachdachpfanne (beide mit doppelten Kopf- und Seitenfalzen),
- die flach gewölbten Flachdachziegel und Flachpfannen mit Unterkonstruktion;
- die mit zwei muldenförmigen Vertiefungen sowie zwei Kopf- und Seitenfalzen versehenen Muldenfalzziegel sowie die
- Klosterpfannen; kombinierte Mönch-Nonnen-Ziegel mit Kopf und Seitenfalz. Diese weiterentwickelten Hohlpfannen sind seit rund hundert Jahren bei uns heimisch.

Betondachstein
Der Betondachstein ähnelt dem Dachziegel in Form und Farbe .Zur besseren Schmutzabweisung werden sie daher mit Deckbeschichtungen verdichtet. Betondachsteine werden nicht wie Dachziegel gebrannt, sondern nur getrocknet. Betondachsteine gelten als frostbeständig und bruchsicher und kommen der Lebensdauer eines Dachziegels recht nah. Die unterschiedlichen Farben werden durch Beimischung von Farbpigmenten sowie durch Acrylatdispersionen als Deckbeschichtung erreicht.

Schiefer
Der Naturstein wird hauptsächlich in Deutschland und Spanien abgebaut und eignet sich zur Dacheindeckung und Wandverkleidung. Schiefer lässt sich millimetergenau spalten, ist leicht zu bearbeiten und bei guter Qualität wasserdicht, frost- und hitzebeständig. Schiefer wird zu Decksteinen unterschiedlicher Grösse gespalten. Je nach seitlicher Rundung des einzelnen Decksteins spricht man von einem stumpfen, normalen oder scharfen Hieb. Auch andere Formen wie Bogenschnittschablone, rechteckig, quadratisch, Spitzwinkel, halbkreisförmig abgerundet oder mit gestutzten Ecken, werden hergestellt.

Faserzement - Eternit
Durch die Zugabe von Fasern kann Zement in einen stosselastischen und leichten Baustoff verwandelt werden. Je nach Form lassen sich nicht brennbare bruchsichere, frost- und korrosionsbeständige Platten, Schindeln oder Wellplatten herstellen, die sich durch leichtes Gewicht auszeichnen.

Metalldeckung
Man unterscheidet zwischen selbsttragenden und nicht selbsttragenden Metalldeckungen. Erstere Gruppe besteht aus Profilblechen, meist aus Stahl oder Aluminium, die mit Kunststoff als Korrosionsschutz beschichtet sind. Ihre selbsttragende Struktur erleichtert die Anbringung auf Latten oder Pfetten, eine geschlossene Verschalung als Unterlage ist nicht notwendig. Nicht tragende Metalldeckungen bestehen in der Regel aus Kupfer oder Titanzink. Metalldächer erfordern einen wirksamen Sommerschutz, gerade bei ausgebautem Dach. Unter Hitze dehnt sich Metall, besonders Zink, aus. Über Schiebenähte lassen sich diese Bewegungen auffangen. Problematisch ist das korrosive Verhalten von Metallen bei bestimmten Materialkombinationen. So wird Aluminium durch Mörtel, Kupfer und Holz angegriffen, Eisen und Zink wiederum durch Kupfer.

Schindeln
Holzschindeln wurden früher als Legschindeln einfach aufgelegt und mit Stangen und Steinen auf dem Dach beschwert. Mittlerweile werden die Schindeln jedoch mit feuerverzinkten oder nicht  rostenden Stahlnägeln mindestens dreilagig auf dem Dach befestigt. Nur etwa ein Drittel der Schindellänge ist dann der Witterung ausgesetzt. Dachschindeln werden per Hand längs der Faserrichtung des Holzes gespalten, so bleiben die Fasern intakt und die Schindel witterungsbeständig. Das Holz stammt von Eichen, Lärchen oder Rot-Zedern und gilt als besonders widerstandsfähig gegen Pilzbefall und Errosion. Damit die Schindeln nach einem Regenguss schnell trocknen, muss zusätzlich eine ausreichende Entlüftung der Schindeldeckung durch Konterlatten gewährleistet sein.

 

 
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