-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Lüftung - 15.08.2018
 Haustechnik / Lftung & Klima / Lftung       


FRISCHE LUFT

Lftung

Raumlufttechnische Anlagen werden nach Lftungsfunktion, thermodynamischer  Luftbehandlungsfunktion, Druckverhltnissen und Luftgeschwindigkeit unterschieden.
Anlagen mit Lftungsfunktion, d.h. mit Lufterneuerung der Raumluft, werden weiter unterschieden nach
Lftungsanlagen (Anlagen ohne bzw. mit einer thermodynamischer Luftbehandlungsfunktion)
Teilklimaanlagen (Anlagen mit zwei oder drei thermodynamischen Luftbehandlungsfunktionen)
Klimaanlagen (Anlagen mit allen vier thermodynamischen Luftbehandlungsfunktionen)
Dabei sind die vier thermodynamischen Luftbehandlungsfunktionen Heizen, Khlen, Befeuchten und Entfeuchten.

Klimaanlagen  sind raumlufttechnische Anlagen, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie einen bestimmten Reinheitsgrad der Raumluft whrend des ganzen Jahres selbstttig innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs halten.


Kontrollierte Wohnraumlftung

Eine kontrollierte Wohnraumlftung passt die zugefhrte Luftmenge genau an den erforderlichen Frischluftbedarf an. Zustzlich kann die in der Abluft enthaltene Wrme zur Vorerwrmung der Zuluft genutzt werden. Bei gut wrmegedmmten Niedrigenergiehusern wrde durch das ffnen der Fenster viel Energie verloren gehen. Mit der Lftungsanlage knnen bis zu 90 % der in der Abluft enthaltenen Energie oder bis zu einem 20-fachen des Stromverbrauchs der Lftungsanlage zurckgewonnen werden. Entscheidend dafr ist auch die Gebudedichtheit.

Funktionsweise

Kalte Frischluft wird angesaugt und gefiltert, im Erdwrmetauscher (Erdregister) und im Lftungsgert erfolgt die Erwrmung der Frischluft. Die Luft strmt ber ein Rohrsystem in die Wohn- und Schlafrume ein und durch berstrmffnungen ber Gnge in Kche, Bad und WC. Dort wird die verbrauchte Luft ber das Rohrsystem abgesaugt und zum Lftungsgert gefhrt. Die Wrme wird an die Zuluft bertragen und dann ins Freie geblasen. Im Sommer kann durch den Erdwrmetauscher auch eine Khlung der Frischluft erfolgen. Und natrlich kann die Lftungsanlage im Sommer abgeschalten und die Fenster geffnet werden.

Anforderungen an die Lftungsanlage
 
Luftdichte Gebudehlle Luftdichtheitsmessung
Damit die Lftungsanlage die gewnschten Erwartungen erfllen kann, ist eine luftdichte Ausfhrung der Gebudehlle erforderlich. Eine Luftdichtheitsmessung ist sehr empfehlenswert. Ein Messwert von nL50 = 1,5 1/h (1,5-facher Luftwechsel pro Stunde) sollte nicht berschritten werden.
Zugfreie Luftstrmungen
Eine gezielte Ventilanordnung und richtiges Einstellen der Luftmengen in die jeweiligen Rume verhindern einen sprbaren Luftzug. Die Strmung der Frischluft sollte entgegen der heizungsbedingten Luftzirkulation erfolgen.
Gerusche
bertragungsgerusche werden mit Schalldmpfern unterdrckt, indem jeweils vor und nach dem Lftungsgert und zwischen allen Rumen in den Luftleitungen Schalldmpfer eingebaut werden.
Wartung
Eine Lftungsanlage sollte regelmig gewartet werden:
-Reinigung der Filter im Lftungsgert alle drei Monate
-Jhrliche Reinigung der Filter an den Ventilen und Wrmetauschern
-Kontrolle des Rohrnetzes und des Erdwrmetauschers alle 2 bis 3 Jahre.
Haustechnische Anlagen und Lftungsanlagen
Chemines, Kachelfen etc. im Wohnraum mssen eine unabhngige externe Luftzufhrung haben. Dunstabzugshauben im Kchenbereich sollten im Umluftbetrieb gefhrt werden. Zentrale Staubsauganlagen verndern die Lftungsstrme whrend des Betriebs.

Technische Daten

Wrmerckgewinnungsgrad = Anteil der in der Abluft enthaltenen Energie, die an die Zuluft bertragen wird. Dieser Wert sollte ber 70 % liegen.
elektrisches Wirkverhltnis: Die gewonnene Wrmeenergie sollte im Verhltnis zur eingesetzten elektrischen Antriebsenergie mglichst hoch sein. Werte von ber 20 kWh Wrme je 1 kWh elektrischer Strom sind mglich.
Volumenstrom: Die maximale Luftfrdermenge sollte an den Bedarf angepasst werden. Als Richtwert gilt: Raumluftvolumen mal 0,7.
Gertegerusche: Das Lftungsgert sollte mglichst leise sein, z.B. nicht lauter als ein Khlschrank. Eine Schallbertragung zu den Wohnrumen wird mit Schalldmpfer verhindert. Energieeinsparung: Bei richtiger Planung, dichter Gebudehlle, richtiger Gerteauswahl und richtiger Benutzung knnen in einem Durchschnittshaushalt 2.000 bis 3.000 kWh Energie pro Jahr eingespart werden. Die Lftungsanlage braucht aber auch Strom fr den Antrieb der Ventilatoren, bei einer guten Anlage unter 300 kWh jhrlich.

Anlagenkomponenten

Erdwrmetauscher
Im Erdwrmetauscher wird die frische Auenluft ber Frosttemperatur vorgewrmt. Es werden in der Regel 25 bis 40 Meter lange Kunststoffrohre leicht geneigt 2 bis 3 Meter unter der Erdoberflche verlegt. Eine geeignete Kondenswasserabfhrung ist erforderlich. Damit wird Luft z.B. bei minus 15C mit plus 18C in die Wohnrume geleitet.
Lftungsgert
Das Gert soll schalldmpfend montiert, leicht zugnglich und einfach zu reinigen sein. Stromsparende Gleichstromventilatoren befrdern die Luft durch die Anlage. Der Wrmetauscher bertrgt die Wrme der Abluft an die Zuluft. Filter im Gert verhindern das Verschmutzen.
Rohrsystem
Das Rohrsystem sollte mglichst kurz und einfach ausgefhrt sein. Die Rohre mssen korrosionsbestndig sein, glatte Innenflchen haben und nicht hygroskopisch (wassersaugend) sein. Achten Sie schon bei der Planung des Hauses auf das Rohrnetz und auf den notwendigen Bodenaufbau.
Ventile
Mit den Zuluftventilen durchmischt sich der Frischluftstrom mit der aufsteigenden Luft aus den Heizkrpern. Bei Abluftventilen sollte auf eine gute Raumdurchstrmung geachtet werden.
berstromdurchlsse
Die Luft muss durch alle Bereiche mglichst ungehindert strmen knnen, dies wird durch berstrmffnungen (z.B. etwas verkrzte Trbltter ca 2cm oder Gitter in der Tre) ermglicht. Diese verlieren dann aber natrlich etwas an Schalldmmung. Spezielle, schalldmmende berstrmdurchlsse sind daher vorzuziehen!
Schalldmpfer
Schalldmpfer sollen grozgig verwendet werden, sie verhindern die Schallbertragung vom Lftungsgert und von einem Raum in den anderen.
Steuerung
Drei Betriebsstufen sollten mglich sein: Grundlftung, Normallftung und Partylftung.
Filter
Filter bei Abluftventilen und bei der Auenluftansaugung verhindern das Verschmutzen des Systems und erhhen die Luftqualitt (Grob-, Staub-, Pollen-, Aktivkohlefilter).
Zubehr
Es gibt eine Reihe von Zubehr wie z.B. Nachheizregister, Wrmepumpen, Filter, Befeuchtungsgerte, Entfeuchtungsgerte, Klimagerte, etc.

Problemkreise

Schallprobleme:
Die Schallprobleme durch das Lftungsgert selbst und durch die "Telefonie" von Raum zu Raum sind heute gut lsbar (siehe Planung von Lftungsanlagen). Problematisch kann allerdings die Schallbertragung durch die berstrmffnungen sein. Wenn nmlich nicht in jeden Raum ein Zu- und ein Abluftrohr gefhrt werden soll (Kostenreduktion, einfachere Installation), so mssen Bereiche definiert werden, in denen die Luft zustrmt (Wohnzimmer, Schlafzimmer,...) und Bereiche, in denen die Luft abgesaugt wird (Kche, WC, Bad,...). Dazwischen liegen berstrmbereiche (z.B. Vorraum).
Zu trockene Luft bei Nichtbenutzung:
Lftungsanlagen werden so ausgelegt, dass bei normaler Benutzung ein hygienisch sinnvoller Luftwechsel entsteht. Wenn allerdings niemand im Haus ist (und damit auch weniger Feuchtigkeit produziert wird), so kann der eingestellte Luftwechsel zu hoch sein und die Luft zu stark austrocknen. Eine sinnvolle und einfache Abhilfe ist das Zurckschalten des Lftungsgerts auf eine kleinere Stufe beim Verlassen des Hauses.
Offene Feuerstelle:
Da im Haus ein leichter Unterdruck herrscht, ist der Betrieb von Kachel- oder Schwedenfen sowie Chemines unproblematisch (Rauchgase knnten ins Haus gezogen werden, wenn nicht ein raumluftunabhngiger Ofen verwendet wird). Verwenden Sie nur raumluftunabhngige Gerte!
Wartungsaufwand durch Filterwechsel:
Je nach eingesetztem Filtermaterial muss in regelmigen Intervallen (ca. 4-8 Monate) ein Filtertausch vorgenommen werden. Die Filter sind aber je nach Qualitt nicht immer ganz billig, und der Tausch ist je nach Lftungsgert auch nicht immer ganz einfach. Hier hilft nur gezieltes Nachfragen beim Hersteller.
Dunstabzugshaube:
Schlieen Sie den Dunstabzug nicht an die Lftungsanlage an! Mit einem Dunstabzug frdern Sie soviel Luft, dass Ihr gesamtes Lftungskonzept gestrt wird. Besser sind Umluftgerte mit hochwertigem Filter.
Einregulierung:
Bestehen Sie auf einer Einmessung der Volumensstrme nach Fertigstellung der Anlage. Auch wenn die Anlage noch so perfekt geplant ist - ohne sorgfltige Einregulierung kann die effiziente Belftung des Gebudes nicht garantiert werden.
Schalldmpfung:
Die Anschlsse des Lftungsgerts an das Rohrnetz sollten flexibel sein (z.B. Segeltuchmanschetten), das Lftungsgert sollte auf Schwingungdmpfer gestellt werden. Fr die Montage der Rohrleitungen sollten immer Schellen mit Gummieinlage verwendet werden. Die Luftgeschwindigkeit sollte nicht ber 2m/s liegen, um Strmungsgerusche zu vermeiden. Bei Auslssen mit 100mm Durchmesser sollten 30m/h nicht berschritten werden. Zwischen den Rumen sollten ausreichend Schalldmpfer installiert werden, um die Schallbertragung von Raum zu Raum zu verringern.


Luftheizsysteme

Luftheizsysteme arbeiten wie kontrollierte Wohnungslftungen mit dem Unterschied, dass die gesamte Raumwrme durch die Zuluft in die Rume gelangt (Radiatoren bzw. Fussboden-Heizungsrohre entfallen). Dies bedingt eine nach Bedarf variable Luftmenge. Damit die erforderlichen Luftmengen bzw. die bentigte Antriebsenergie der Ventilatoren (= Strom) klein bleiben, ist eine solche Anwendung jedoch nur bei Gebuden mit sehr tiefem Energiebedarf (Niedrigenergiehaus) sinnvoll.

 

 
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