-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema L - R - 14.08.2018
 Lexikon / Baulexikon / L - R       


Von L wie Leistungswärmeverlust bis R wie Rühlwand

Leistungswärmeverluste

ein Problem, das sich bis auf weiteres nicht hundertprozentig lösen lässt. Durch bestmögliche Isolierung sämtlicher Teile der Heizanlage (Leitungen, Armaturen, Pumpen etc.) lassen sich Wärmeverlustverminderungen erreichen; dennoch entweicht Wärme weiterhin in Form von Ausfluss- und Zirkulationsverlusten.

Luftreinhalteverordnung (LRV)

als Vorschriften des Bundes und der Kantone über Grenzwerte für gesundheitsschädigende Abgase. Die Einhaltung wird periodisch kontrolliert (Heizungskontrollen etc.).

Mantelbeton

Beton, der in hohle, nach Plan versetzte Elemente oder Schalungssteine eingebracht wird. Die Schalungssteine ersetzen die Schalung und dienen als "Mantel" für den Beton.

Mörtel

eine Mischung aus Bindemitel (Zement, Kalk, Gips), Sand und Wasser sowie ev. chemischen Zusatzmitteln (z.B. Frostschutzmittel). Er wird als Mauer- oder Verputzmörtel auf der Baustelle, in einer Fabrik (trocken) oder einem Werk hergestellt. Der Mörtel überträgt in einem Mauerwerk (von aussen sieht man nur die Mörtelfugen zwischen den Steinen) die auftretenden Druck- und Schubkräfte auf die Steine, daher wird eine gute Mörtelqualität vorausgesetzt, welche den Anforderungen der SIA-Empfehlung V 177 "Mauerwerk" und der Norm 215 "Mineralische Bindemittel" genügt. Insbesondere ist bei der Mörtelherstellung darauf zu achten, dass neben dem Bindemittel auch der Sand und das Anmachwasser eine genügende Qualität aufweisen.

Mineralfasern

Als Mineralfaser beichnet man Dämmmaterialien wie Mineral-, Stein- oder Glaswolle. Mineralfasern werden heute aus einer grossen Anzahl von Rohstoffen hergestellt. Sie können aus technischen Stoffen und Mineralien, aber auch aus Gestein und Schlacken geschmolzen werden. Bei Glaswolle wird auch Altglas eingesetzt.

Netzplantechnik (NPT)

ist ein Planungsinstrument, welches einen zeitgerechten Ablauf eines Projektes gewährleisten soll. Je nach gewählter Netzplantechnik (es gibt verschiedene NPT-Verfahren), werden Vorgänge (ein zeitverbrauchendes Geschehen) und/oder Ereignisse (Zustände) innerhalb eines Projekverlaufes aufgrund einer Tätigkeitsliste graphisch, im sogenannten Strukturplan aufgezeichnet. Diese Darstellung erfolgt ohne Rücksicht auf den zeitlichen Ablauf. Aus ihr werden aber die gegenseitigen Abhängigkeiten der Vorgänge bzw. Ereignisse klar ersichtlich. Engpässe lassen sich frühzeitig durch die Bestimmung des "kritischen Weges" (CPM = Critical Path Method) erkennen. Der zeitliche Verlauf sowie die Kosten- und Kapazitätsanalysen werden in separaten Arbeitsgängen ermittelt. Heute gibt es gut verständliche Software für Personalcomputer, welche dem Anwender das Erstellen eines Netzplanes wesentlich erleichtern. Ein solcher ist vor allem bei komplexen Bauprojekten zu empfehlen. Er hat, bei konsequenter Anwendung und Nachführung, gegenüber der herkömmlichen Planung und Terminierung mit Balkendiagrammen einige Vorteile.

Oberflächenkondensation

Ungenügend gegen Kälte geschützte Wände, Decken oder Fenster haben auch raumseitig tiefe Temperaturen. Beim Unterschreiten einer bestimmten Temperatur entsteht Kondenswasser.

Pelletofen

ein Dauerbrandofen, welcher über wenig Speichermasse verfügt und über mehrere Stunden - bis ganztägig - brennt. Die Pellets (Holzgranulate) werden aus Säcken in den zum Ofen gehörenden Behälter eingefüllt.

Perlite

Perlite ist ein Dämmstoff aus vulkanischem Gestein. Durch Schmelzen verwandelt sich das eingeschlossene Wasser im Gestein in Dampf und bläht die Glasschmelze auf ein Vielfaches des ursprünglichen Volumens auf.

Pfahlfundation (Pfahlgründung)

eine solche empfiehlt sich dort, wo die tragfähige Schicht tiefer als 1.50 m unter der Fundationskote und unter dem Grundwasser liegt. Pfähle übertragen die Lasten entweder auf die tragfähige Bodenschicht oder leiten die Kräfte über Mantelreibung in die weichen Bodenschichten und verteilen so die Lasten auf ein grösseres Bodenvolumen. Heute bestehen viele Pfählungssysteme: Grosskalibrige Bohrpfähle (Durchschnitt > 50 cm), Mikrobohrpfähle (Durchschnitt > 114 - 250 mm), Ortsbetonrammpfähle (Durchschnitt 40 - 60 cm), Fertigbetonpfähle rund und quadratisch, Injektionsrammpfähle mit Stahlkern und Betonumhüllung, Presspfähle.

Polyemere

makromulekulare natürliche oder synthetische Verbindungen, welche durch die Polymerisation  entstehen. Im Bau gibt es beispielsweise Polymer-Bitumen-Dichtungsbahnen, Glasfaserbeton (Polymerbeton) etc.

Polystyrol

Polystyrol-Hartschaum wird aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt. Das daraus gewonnene Styrol, ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, bietet die Basis für den Partikel- oder Extruderschaum. Charakteristisch für den Dämmstoff ist seine gute Dämmleistung.

Porenbeton


auch "Gasbeton" genannt, ist ein anorganischer Baustoff, unverrottbar, nicht brennbar, mit hoher Wärmedämmung, geringem Gewicht und hoher Masshaltigkeit. Er wird in Form von Fertigteilen oder Mauerwerk verwendet. Zur Herstellung wird feingemahlener Sand, Kalk und/oder Zement, Wasser und Porenbildner gemischt, in Formen gegossen und entsprechend der geforderten Porosität zum Auftreiben gebracht. Nach Zuschnitt auf die gewünschten Formate werden die Produkte in Autoklaven dampfgehärtet. Porenbeton ist besonders leicht zu bearbeiten. Man kann ihn bohren, fräsen, nageln und sägen. Porenbetonmauerwerk entsteht aus Blocksteinen und Bauplatten, im Dünnbettmörtel verlegt (2 - 2 mm Fuge) aus Planblocksteinen - auch mit Nut und Feder - oder Planplatten.

PUR Polyurethan

als Polyurethanschaum für verschiedene Montage-, Füll- und Dämmarbeiten. PUR-Spritzschaum z.B. zur Abdichtung von verschiedenen Dacharten.

PVC

Polyvinylchlorid. Verwendung z.B. für Kunststoffrohre (PVC-Rohre), Profile aus Hart- und Weich-PVC etc.

Recycling

das Zurückführen in den Kreislauf, durch die Wiederverwertung von festen, flüssigen oder gasförmigen Abfallstoffen. Im Bau spielt das Recycling eine besonders wichtige Rolle, lassen sich doch zahlreiche Baumaterialien wiederaufbereiten.

Regie

Arbeiten, welche im Gegensatz zum "Akkord" nach Aufwand abgerechnet werden. Dabei werden der Arbeits-, Maschinen-, Material- und Mietaufwand etc. aufgrund von (unterzeichneten) Regierapporten erfasst und nach einem Regietarif verrechnet. Bei fast allen Bauten entstehen neben den vorhergesehenen Akkord-Positionen Leistungen, welche nicht offeriert waren oder erst im Nachhinein in Auftrag gegeben wurden.

Rühlwand

eine Baugrubensicherungswand (Berliner Verbau). Sie besteht aus eingerammten oder in Bohrlöcher versetzten Stahlträgern. Der Zwischenraum der Träger wird mit Holzbohlen, Fertigelementen, Betonkonstruktionen oder Blechen ausgefacht.

 

.