-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Anwendungen - 22.05.2018
 Ausbau / Bodenbeläge / Anwendungen       


Mit dem Verlegen der Bodenbeläge sind die Ausbauarbeiten abgeschlossen. Die Raumutzung bedingt den Einsatz eines Teppich- oder Parkettbelages. Vor Kaminen beispielsweise fordern die Brandschutzbestimmungen nicht brennbare Beläge. Vor allen Eingangsbereichen sollten schmutzsaugende Schutzmatten die Reinigungsintervalle hinauszögern.


Anwendungen von Belägen

Wohnbereich
Teppichboden (hochflorig), Veloursboden (uni, strukturiert oder gemustert), Parkett (Parkettdielen, Tafel-, Mosaik-, Stab- oder Fertigparkett), Hobeldielen, Holzpflaster, Marmor-, Keramik- oder Naturwerksteinplatten; weniger eingesetzt: Linoleum, Korkplatten oder Kunststoffe.

Schlafbereich
Teppichboden (hochflorig, auch Velours), Parkett und Hobeldielen, Kork; weniger eingesetzt: Linoleum und Verbundbelag aus Kunststoff.

Kinderbereich
Teppichboden (kurzflorig, Schlingenware, Wolle wird empfohlen, da weniger Abrieb an der Bekleidung), Korkplatten, Linoleum; weniger eingesetzt: synthetische Fasern, Parkett und Kunststoffbelag.

Gästebereich
wie Wohn- oder Schlafbereich.

Bad, Küche, Hauswirtschaftsraum
strapazierfähige Beläge: Marmor, keramische Platten (Bodenfliesen), Naturwerksteinplatten, Kunststoffböden (verschweisst), Linoleum, Hobeldielen und Holzpflaster; weniger eingesetzt: Korkplatten, vollsynthetische Teppichböden (Kurzflor).

Eingangsbereich
strapazierfähige Beläge: Klinker, Keramik-, Naturwerkstein- oder Betonwerksteinplatten, Hobeldielen, Holzpflaster, Teppichbodenfliesen, Nadelfilz, mit Abstrichen Parkettboden; weniger eingesetzt werden: Teppichboden (glatte, kurze Schlinge), Velours, Linoleum, Kunststoffböde.


Bodenbeläge im Überblick

Naturstein, Klinker, Keramik und Betonwerkstein
Besonders strapazierfähig, pflegeleicht und langlebig sind die harten Beläge. Natursteine, Klinkerplatten, Bodenfliesen aus Keramik und oberflächenveredelte Betonwerksteine, wie Terrazzo, lassen sich problemlos mit jedem Einrichtungsstil kombinieren.
Neben Marmor als dem exklusiven Bodenbelag gibt es Solnhofener Platten, Travertin, Schiefer, Phyllit und Granit als Naturstein-Bodenplatten mit all ihren Schönheiten und Vorzügen.

Teppich bringt Wohlbehagen
Sie werden als Rollen- oder Plattenware angeboten und nach der Struktur der Oberfläche unterschieden: Es gibt Velours oder Schnittflor (aufgeschnittene Schlingen), nach Buklee oder Schlingenflor (geschlossene Schlinge) sowie nach Rispe, Langflor und Nadelflies. Nach der Herstellungsart unterscheidet man in gewebte, gewirkte, gepresste und doppelseitige Tufting-Teppichböden.
Über 80 Prozent aller textilen Bodenbeläge besitzen ein Flor aus Polyamid. Wollwaren sind mit sechs bis acht Prozent vertreten, den Rest teilen sich Polypropylen, Polyacryl und Polyester sowie einige Naturprodukte wie Baumwolle, Sisal, Kokos und Seidenfasern. Drei Teppichsiegel (Europäische Teppichgemeinschaft, Deutsches Teppich-Forschungsinstitut (TFI) und die Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GuT) prüfen europaweit auf Strapazierfähigkeit, Schadstofffreiheit und umweltschonende Herstellung.

Holz für den Boden
Dielen bestehen meist aus massiven Nadelhölzern wie zum Beispiel Fichte, Lärche oder Kiefer. Landhausdielen sind aus übereinander geleimten Holzschichten hergestellt. Die wichtigsten Varianten in Massivholzparkett sind: Stab- und Mosaikparkett, Tafel-, Hochkant-Lamellen- und aufwändiges Intarsienparkett. Die Auswahl an Holzarten reicht von Eiche, Buche, Ahorn und Birke über Lärche bis hin zu Esche und Importhölzern. Auch Fertigparkett ist in grosser Auswahl erhältlich und sehr beliebt. Man kann auch dieses Parkett abschleifen und neu versiegeln.
Alle einzelnen Parkettsorten werden in unterschiedlichen Verlegemustern angeboten. Beliebt sind Schiffsboden-, Fischgräten-, Würfel- oder auch Flechtmuster. Fussböden aus Holz sind hygienisch, wohnlich und fusswarm, allerdings für Fussbodenheizung nicht geeignet.

Kunststoff- und Linoleumbeläge
In vielen Bereichen des Hauses wird PVC-Belag eingesetzt. Er ist leicht zu verarbeiten, problemlos in der Pflege und Feuchtigkeit oder Nässe schaden ihm nicht. PVC-Beläge sind mit einer Ober- oder Nutzschicht sowie mit einem Schaumrücken versehen.
Weniger bekannt sind Kautschuk- und Gummi-Bodenbeläge. Sie sind gesundheitlich weitestgehend unbedenklich (Formaldehyd- und FCKW- frei).
Das strapazierfähige, beliebte Linoleum wird aus den Rohstoffen Leinöl und Harz hergestellt, die, vermischt mit Holz-, Kork- und Kalksteinfeinmehl, auf Jutefasern gepresst werden. Er ist robust, fusswarm und gut zu pflegen, ist aber empfindlicher als PVC.

Laminat und Kork
Laminat als beliebter und strapazierfähiger Kunststoffbelag, sieht wie Holz aus und ist in ebenso vielfältigen Maserungen erhältlich. Es handelt sich dabei jedoch um eine geschichtete und verleimte Span- oder Holzfaserplatte, die von mehreren mit Kunstharz getränkten und bedruckten Papierschichten überzogen ist. Obenauf kommt ein Fotopapier mit den jeweiligen Holzmaserungen. Auch Korkboden ist beliebt. Er ist strapazierfähig, wenn behandelt, auch für Rollstühle geeignet, schall- und wärmedämmend, Wasser abweisend und griffig und vermittelt ein sehr gutes, federndes Gehgefühl.

 

 
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