-bauratgeber.ch - Tipps zum Thema Die Holzfassade - 24.05.2018
 Die Holzfassade       


Holz ist ein.........

natürlicher, umweltfreundlicher Baustoff. Es ist das älteste Baumaterial des Menschen, extrem langlebig und hält - richtig getrocknet und angewendet - sozusagen ewig. Dies beweist u.a. das älteste Holzhaus der Schweiz und Europas, erbaut im Jahre 1176.

Hausfassade:
Die Fassade ist das imagebildende Teil eines Ein- oder Mehrfamilienhauses. Sie ist, durch den Architekten gestaltet, die Visitenkarte seiner Bewohner. Ob uns ein Haus gefällt oder nicht hängt in erster Linie von der Fassade ab.
Holzfassaden haben in den letzten Jahren einen Aufschwung erfahren. Architekten und Bauherren wenden sich wieder vermehrt diesem jahrhundertealten Baustoff zu, teils aus ökologischen Erwägungen, teils wegen der Wärme und "Gemütlichkeit", die ein Haus mit Holzfassade auch nach aussen hin abstrahlt.

Grundgedanken zu Holzfassaden:
Holz ist ein erneuerbarer Rohstoff. Die Ressource Wald wird in der Schweiz nachhaltig bewirtschaftet. Holz wächst bei uns gut zweimal schneller nach als verbraucht wird. Deshalb ist die holzwirtschafliche Nutzung ein Muss. Sie verjüngt und stärkt den Wald. Als Fassadenbeplankung können massive Profilbretter, Latten und Schindeln eingesetzt werden. Denkbar sind auch Sperrholz- und spezielle Pressspanplatten.
Holz quillt, schwindet und altert; in Innenräumen und erst recht als Aussenschalung. Eine Holzfassade kann mit Farben und Hydrophobierungsmitteln beschichtet werden, muss aber nicht. Generell sind dunkle Farbtöne, intensives rot und blau sowie farblose Anstriche schwierig, da sie am schnellsten verwittern. Selbst der beste (chemische) Schutz kann nicht verhindern, dass nach einigen Jahren die Farbe ausbleicht, Haarrisse entstehen und Vergrauungen auftreten.

Wer nicht bereit ist seine Fassade zu pflegen und zu unterhalten, wähle besser einen andern Baustoff.
Bei der Planung einer Holzfassade sollte auf die Austauschbarkeit von Einzelteilen geachtet werden. Dadurch kann bei erforderlichen Reparaturen sehr viel Geld gespart werden.
Wird Holz zweckmässig verarbeitet, so ist auch seine spätere Entsorgung problemlos. Es lässt sich als kohlendioxidneutrale Energiequelle nutzen.

Darauf kommt’s an!
Als Bauherr sind Sie von vielen "Fachleuten" abhängig. Was für die ausführenden Baufachleute klar und logisch ist, ist für Sie als Bauherr schlecht oder gar nicht verständlich. Möglicherweise haben Sie auch ganz andere Erwartungen.

Die Fassade eines Hauses ist das, nach dem Dach, am stärksten durch das Wetter beanspruchte Bauteil.

horizontal / vertikal
Die Bretter einer Fassadenschalung können vertikal, diagonal oder horizontal montiert werden. Bei einer vertikalen Schalung läuft das Wasser wesentlich besser ab. Es gibt nur eine Wasserkante. Bei einer horizontalen Schalung hat jedes Brett eine Wasserkante. Dadurch ist eine horizontale Schalung viel stärker feuchtebelastet als eine vertikale. Besonders negativ wirkt sich dies auf die Lebensdauer von Farbanstrichen aus. Nasse Oberflächen verschmutzen stärker als trockene.

offen / geschlossen
Die Bretter einer Fassadenschalung können profiliert sein, also Nut und Kamm haben. Sie können aber auch ohne Profil eingesetzt werden. Bei Nut- und Kammschalung spricht man von einer geschlossenen Schalung. Dreiseitig sauber gehobelte Bretter, rechtwinklig oder rhomboid, werden als sog. offene Schalung montiert.
Die geschlossene Schalung hat den Vorteil, dass weder Regen- noch Kondenswasser auf die Rückseite der Schalung gelangt. Die offene Schalung unterliegt einer ungleich stärkeren Feuchtebelastung. Durch die Spalten eindringendes Regen- und- Kondenswasser muss häufig durch die Holzschalung hindurchdiffundieren. Ob und in welcher Form die Hinterlüftung hier funktioniert ist umstritten. Die Erfahrung zeigt, dass die Unterhaltsintervalle bei offenen rhomboidförmigen Schalungen zum Teil extrem kurz sind.

glatt gehobelt / sägeroh
Es ist zu empfehlen als Fassadenschalung nur gehobelte Schalung einzusetzen. Die sichtseitige Oberfläche kann trotzdem sowohl glatt strukturiert als auch sägeroh sein. Wenn keine Behandlung vorgesehen ist, hat die Oberflächenstruktur der Sichtseite praktisch keine Einfluss auf die Verwitterung einer Fassade.

Eine sägerohe Oberfläche kann wohl mehr Farbe aufnehmen, jedoch ist diese sehr unregelmässig verteilt. Die Farbe liegt im Grund, die Spitzen der Holzfasern dagegen sind praktisch nicht gefärbt bzw. geschützt. Zu beachten ist ferne, dass wegen der viel grösseren Oberfläche von sägerauhen Schalungen das Wasser und damit der Schmutz wesentlich besser haften kann.

geschraubt / genagelt
Grundsätzlich ist zu überlegen, ob die Befestigungsmittel Nägel, Schrauben oder Klammern sichtbar eingesetzt werden sollen. Breite Schalungen können nur sichtbar befestigt werden. Unserer Erfahrung nach sind Schrauben mit einer Bohrspitze den Nägeln vorzuziehen. Sie können besser platziert werden und verletzen die Holzoberflächen weniger. Schrauben können auch besser wieder gelöst werden, falls Bretter ausgetauscht werden müssen.

Bei gefärbten Oberflächen sollte das Befestigungsmittel, wenn immer möglich, verdeckt eingesetzt werden. D.h. das Schalungsbrett wird im Kamm befestigt. Der grosse Vorteil liegt darin, dass die Farbe in einem Teil durchstossen wird, der relativ gut vor Wasser geschützt ist. Die verdeckte Montage eignet sich nur für Schalungsbretter bis zu einer Breite von ca. 115 mm.

Farbaufbauten
Farbanstriche auf Fassadenbretter sind immer mehrschichtig aufzutragen. Mindestens ein Anstrich soll vor- und rückseitig aufgebracht werden. In der Regel ist es die Grundierung. Diese soll das Holz gut benetzen, Die Haftung für den folgenden Anstrich sicherstellen und eine Absperrschicht gegen den Austritt von Holzinhaltstoffen bilden. Die Grundierung ist mechanisch in einem Flut-Walz-Bürstverfahren, dünnschichtig aufzutragen. Die Qualität der Grundierung und die Art der gewählten Auftragstechnik sind entscheidend für die Qualität des Anstrichsystems, bzw. dessen Lebensdauer. Im Werk fertig beschichtete Fassadenbretter sind qualitativ besser als am Bau fertig gestrichene. Zum einen deshalb weil im Werk, keine den Trocknungsprozess störenden Wettereinflüsse herrschen und weil die Farbe auf eine horizontal liegende Fläche appliziert wird. Am Bau können pro Anstrich, vertikal bis zu 60 gr./m2 aufgetragen werden, was eindeutig zu wenig ist. Ein zweiter bauseitigen Anstrich wird in der Regel aus Kostengründen nicht gemacht.

Schnittstellen
Fassadenbretter müssen am Bau angeschnitten oder abgelängt werden. Bei gefärbten Fassadenschalungen sind die Schnittstellen dem Anstrichsystem gleichwertig nachzustreichen. Besonders über Hirn tritt bei nicht gestrichenen Flächen kapillar viel Wasser ein und schädigt die Anstriche bis weit ins Brett hinein.

Längsstösse sind bei schmalen Brettern mittels Lamello zu verbinden. Bei breiten Brettern, ab etwa 115 mm empfiehlt sich der Einsatz einer Sperrholzfeder mit einer Länge entsprechend der Brettbreite.

Pflege und Unterhalt
Alles Schöne braucht Pflege, auch Fassaden. Holzfassaden sind so zu planen und zu montieren, dass eine Pflege und ein Unterhalt ohne grosse Kosten, nach Möglichkeit durch den Hausbesitzer gemacht werden können.

Garantien
Kälin & Co. AG garantiert die richtige Be- und Verarbeitung von Fassadenschalungen. Die Unterhaltsintervalle hängen entscheidend vom konstruktiven Schutz der Schalung und der Lage des Gebäudes ab. Die entscheidenden Faktoren für die Lebensdauer eines Anstriches sind vom Lieferanten nicht zu beeinflussen, womit für einen Farbanstrich keine Garantien gewährt werden können. Gewähren können wir jedoch eine Funktionsgarantie über 15 oder 20 Jahre.

Die richtige Holzart
Zur Beplankung einer Fassade können fast alle Hölzer eingesetzt werden. Sie werden zu Brettern aufgeschnitten, getrocknet und profiliert. Alle im Folgenden aufgeführten Holzarten sind gebräuchlich und können ihre Funktion als Fassadenschalung weit über 100 Jahre gewährleisten.

Fichte
Die Fichte oder auch Rottanne ist die häufigste Baumart der nördlichen Halbkugel. Fichtenholz ist ein ruhiges, spannungsfreies Holz. Es wird häufig als Konstruktions- und Fassadenholz eingesetzt. Nachteilig sind das in Harzgallen enthaltene Harz, welches bei starker Erwärmung auslaufen kann. Fichtenholz lässt sich gut beschichten. Fassadenschalungen aus Fichtenholz zeichnet sich durch eine gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Tanne
Die Tanne oder Weisstanne ist in Zentraleuropa bis auf eine Höhe von rund 1000 m über Meer recht verbreitet. Tanne ist ein ruhiges, spannungs- und harzfreies Holz. Sie wird häufig als Konstruktions- und Fassadenholz eingesetzt. Tannenholz lässt sich gut beschichten, auch ist es relativ gut imprägnierbar. Fassadenschalungen aus Tannenholz zeichnen sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Lärche
Die Lärche ist in Zentraleuropa ab einer Höhe von rund 1000 m über Meer recht verbreitet. Grosse Bestände wachsen in Sibirien. Die heimische Lärche wächst schneller als die sibirische und hat daher auch etwas grössere Äste. Demgegenüber ist die sibirische Lärche etwas härter und neigt zu stärkerem Reissen. Lärche ist ein harzreiches Holz. Es wird häufig als Konstruktions- und Fassadenholz eingesetzt. Es ist nicht ratsam Lärchenholz zu beschichten. Lärchenholz gilt als etwas dauerhafter als Fichte/Tanne und ist daher als Fassadenschalung rund 20 bis 25% teurer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit etwas schlechter.

Douglasie
Die Douglasie ist während der letzten Eiszeit in Europa ausgestorben. Vor rund 200 Jahren wurde sie über England wieder eingeführt und gedeiht in Zentraleuropa gut. Die Douglasie wächst recht schnell. Sie hat daher breite Jahrringe und grosse Äste. Douglasie ist ein harzreiches Holz. Im Gegensatz zur Lärche tritt das Harz auch unter starker Erwärmung praktisch nicht aus. Douglasienholz wird häufig als Konstruktions- und Fassadenholz eingesetzt. Douglasienholz kann beschichtet werden. Sie gilt als etwas dauerhafter als Fichte/Tanne und ist daher als Fassadenschalung rund 20 bis 25% teurer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit etwas schlechter.

Zedern (Western Red Cedar)
Western Red Cedar wächst in den westlichen Staaten der USA und Kanadas. Western Red Cedar ist ein relativ weiches, harzfreies Holz. Seine natürliche Farbe kann zwischen gelb und schwarz-braun liegen. Es ist nicht ratsam Zedernholz zu beschichten. Western Red Cedar gilt als deutlich dauerhafter als Fichte/Tanne und ist daher als Fassadenschalung drei- bis viermal teurer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit schlechter.

Eiche
Es gibt weltweit verschiedene Eichenarten. Die am besten geeignete ist die europäische Weisseiche. Eiche ist ein relativ hartes, harzfreies Holz. Sie kann jedoch viele wasserlösliche Substanzen, gemeinhin als Gerbsäure bezeichnet, enthalten. Daher kann es vorkommen, dass darunterliegende Konstruktionen stark braun verschmutzt werden. Nachteilig ist, dass Brettlängen über 3 m selten und dadurch entsprechend teuer sind. Weisseiche gilt als sehr dauerhaft. Es ist nicht ratsam Eichenholz zu beschichten. Als Fassadenschalung ist Eichenholz vier- bis fünfmal teurer als Fichte/Tanne. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit als äussert schlecht zu bezeichnen.

Kastanie
Die Edelkastanie ist in wärmeren Gegenden eine recht weit verbreitete, schnell wachsende Holzart. Sie wächst, wenn sie nicht kultiviert wird, buschartig. Die Kastanie ist ein relativ hartes Holz. Sie kann jedoch viele wasserlösliche Substanzen, gemeinhin als Gerbsäure bezeichnet, enthalten. Daher kann es vorkommen, dass daraunterliegende Konstruktionen stark braun verschmutzt werden. Nachteilig ist, dass Brettlängen über 3 m selten und dadurch entsprechend teuer sind. Kastanienholz gilt als sehr dauerhaft. Es ist nicht ratsam Edelkastanie zu beschichten. Als Fassadenschalung ist Kastanienholz vier- bis fünfmal teurer als Fichte/Tanne. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit als äusserst schlecht zu bezeichnen.

Robinie
Die Robinie oder falsche Akazie ist in Südosteuropa eine recht weit verbreitete Holzart. Die Robinie ist ein relativ hartes Holz. Sie kann jedoch viele wasserlösliche Substanzen, gemeinhin als Gerbsäure bezeichnet, enthalten. Daher kann es vorkommen, dass darunterliegende Konstruktionen stark braun verschmutzt werden. Nachteilig ist, dass Brettlängen über 3 m selten und dadurch entsprechend teuer sind. Robinienholz gilt als sehr dauerhaft. Es ist nicht ratsam Robinie zu beschichten. Als Fassadenschalung ist Robinienholz vier- bis fünfmal teurer als Fichte/Tanne. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit als äusserst schlecht zu bezeichnen.

Das Erscheinungsbild einer Holzfassade
Alle oben aufgeführten Holzarten werden unter der Wetterbelastung grau; leider aber nur da wo UV-Strahlung und Regenwasser auf die Holzschalung trifft. Im geschützten Bereich, unter Vordächern, Fensterbänken, Balkonen, usw. bleibt das Holz relativ lange, je nach Holzart, unterschiedlich braun. Diese unregelmässige Verfärbung gefällt vielen Leuten nicht und ist oft der einzige Grund sich für ein anderes Material zu entscheiden.

Um diese unregelmässige Verfärbung an der Fassade nicht hinnehmen zu müssen kann Holz im Hobelwerk vorvergraut werden. Kälin & Co. AG setzt seit über 20 Jahren Samicolor® Weathering Stain mit sehr grossem Erfolg ein.

Pflege und Unterhalt von Holzfassaden

1. Allgemeines
Pflege bzw. Wartung und Unterhalt ist nach geltender Rechtsprechung Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Gewährleistungen und in der SIA-Norm 118/257 entsprechend umschrieben.

Wie alle dem Wetter oder anderen beanspruchenden Einflüssen (mechanische Beanspruchung) ausgesetzten Konstruktionen sind, auch mit Beschichtungen versehene Holzkonstruktionen, nicht wartungsfrei. Zur Sicherung einer lang anhaltenden Gebrauchstauglichkeit ist eine regelmässige Pflege, Wartung oder Unterhalt, später Renovation, der Bauteile unabdingbar.

2. Veränderungen an bewitterten Oberflächen

Unbehandelte Holzoberflächen
Das Naturprodukt Holz wird unter Einfluss von Sonnenlicht (UV-Strahlung) gelb, braun bis dunkelbraun. Bei Holzanwendung im Aussenbereich wird eine nicht oder ungenügend behandelte Oberfläche unter Einfluss von Feuchtigkeit (Nebel, Kondenswasser, Regen) grau bis schwarz.

Holzelemente, die mit Samicolor® Weathering Stain gestrichen oder auf nanotechnologischer Basis hydrophobiert sind, sind unterhaltstechnisch wie unbehandeltes Holz im Aussenbereich zu behandeln.

Oberflächenschutz von Holz
Moderne Holzfarben, wie Samicolor® 2000, Samicolor® nova und Samicolor® TOP, können Farbänderungsprozesse auf der Holzoberfläche je nach Pigmentierung und Auftragsmenge mehr oder weniger verzögern, jedoch nie vollständig verhindern. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Holz unter der Farbe zu verwittern beginnt, wenn der Farbanstrich nicht mehr intakt ist.

Transparente Systeme
Samicolor® farblos als Lasur oder Lack ist mit sog. UV-Blocker ausgerüstet. Trotzdem verändert sich die Farbe des Holzes je nach Belastung aus seiner Umwelt mehr oder weniger stark.

Transparente Anstriche im Freiluftbereich sind, wenn immer möglich zu vermeiden.

Schwach pigmentierte Systeme
Als schwach pigmentiert gelten Samicolor® 2000 Lasuren, Samicolor® nova Lasur aber auch Samicolor® Lack weiss für Kälintäfer Titan und Firn. Diese Farbanstriche werden idealerweise für Innenanwendungen eingesetzt.            

braune und dunkle Farben
Treten unter starker Sonnenbestrahlung Farbänderungen im Holz unter der Farbe auf, hat dies auf das Erscheinungsbild im Allgemeinen wenig Einfluss.

rote und blaue Farben
Es gibt wenig lichtechte rote, gelbe und blaue Pigmente. Die Lichtechtheit der in unseren Systemen eingesetzten Pigmente ist seit vielen Jahren nachgewiesen.

helle, weisse Farben
Besonders bei diesen Farben ist der Umwelteinfluss - Licht, Schmutz, etc. - für Veränderungen im Erscheinungsbild besonders stark. Auch für Samicolor® 2000, Samicolor® nova und Samicolor® TOP ist die Lichtechtheit der Weisspigmente seit Jahren nachgewiesen.

Stark pigmentierte Systeme
Stark pigmentierte Systeme, wie Samicolor® 2000 Solid, Samicolor® nova Solid und Samicolor® TOP Solid, schliessen eine farbliche Veränderung von Holz zu praktisch 100% aus. Jedoch unterliegt in dem Falle die Farbe einem Veränderungsprozess. Sie kann matter werden; Schmutz kann sich ablagern.

3. Pflege und Unterhalt
Unter Pflege und Unterhalt sind alle Massnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes zu verstehen. Die erste und wichtigste Pflegemassnahme einer Fassade ist ihre Beobachtung. Neben der Inspektion der Beschichtung gehört zur Pflege auch die Kontrolle von Schnittstellen, Brettstössen, Beschlägen und Dichtungen.

Die nachfolgenden Empfehlungen, basieren auf einem Farbaufbau, bestehend aus einer qualitativ hochwertigen Farbe und einem fertigungstechnisch richtigen Auftrag.

veredelnder Service
Dabei geht es darum Flüssigwasser (Regenwasser, etc.) von Oberflächen nachhaltig fernzuhalten. Unsere Erfahrungen mit SamiPerl Finish haben gezeigt, dass die wasserabweisende Wirkung dann am besten ist, wenn die Farboberfläche ganz leicht angewittert ist. Nach einer Bewitterung von ca. 2 bis max. 6 Monaten weist die oberste Farbschicht bereits eine Mikroperforation auf. In ihr können die Nanostrukturen eine besonders gute Haftung ausbilden. SamiPerl Finish kann in der Regel mit einer „Gartenspritze“ aufgespritzt werden. Wichtig ist der Auftrag eines gleichmässigen „Nanofilmes“. Die Applikation mit Pinsel oder Roller ist möglich, jedoch nicht Voraussetzung.

Die Fassade soll „besenrein“ sein. Ist sie stärker verschmutzt, so muss sie vorgängig gereinigt werden.

kleiner Service
Der kleine Service soll dann gemacht werden, wenn Fassadenteile nach einer Beaufschlagung durch Regenwasser nass werden und sich nasse, gut sichtbare Flecken bilden. In der Regel empfiehlt sich ein Reinigen der Fassade und ein Erneuern des Flüssigwasserschutzes mit SamiPerl Finish. Auch diese Arbeiten sollten vom Boden aus oder in Ausnahmefällen, ab einer Leiter ausgeführt werden.

grosser Service
Der grosse Service ist dann angebracht, wenn eine Fassade stark verschmutzt ist und erste sichtbare Verwitterungserscheinungen auftreten. Es können sein: Risse in Schalung oder Farbe, abgewitterte bis farblose Stellen, etc.

Die Fassade ist zu reinigen. Fehlerhafte Stellen sind neu zu streichen. Der Flüssigwasserschutz mit SamiPerl Finish ist neu aufzutragen.

4. Renovation und Instandstellung von Samicolor®-Fassadenanstrichen
Unter Renovation oder Instandsetzung sind alle Massnahmen zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes zu verstehen.

Bei Farbaufbauten mit Farbsystemen von Samicolor® wird besonders darauf geachtet, dass keine artfremden oder trennende Anstriche zum Einsatz gelangen. Mit Samicolor® beschichtete Bauteile sollen gereinigt, leicht angeschliffen und mit dem gleichen Farbsystem wieder überstrichen werden können.

Fassaden neigen mehr oder weniger zu Verwitterung und Verschmutzung. An beschatteten, feuchten Flächen kann es, im Zusammenhang mit der Verschmutzung, zu Algen- und Pilzwachstum kommen (auf hellen Flächen besser sichtbar).

Verschmutzte Oberflächen
In den meisten Fällen kann der Anstrich durch Abbürsten und / oder Abwaschen mit einer schwachen Seifenlösung gereinigt werden. Der Anstrich selbst bleibt intakt. Ist dies der Fall, sind im Allgemeinen keine weiteren Massnahmen notwendig. Es können trotz dem Folgeanstrich aufgetragen werden.

Intakte Altanstriche
Intakte, gereinigte Altanstriche werden je nach Zustand des Untergrundes mit Samicolor® 2000 Lasur oder Samicolor® nova Lasur in Originaltönen 1 bis 2 x überstrichen.

Verwitterte Oberflächen
Die Oberfläche muss von Schmutz und losen Pigmenten durch Abbürsten und / oder Abwaschen gereinigt werden. Die Reinigung des Untergrundes erfolgt zweckmässig mit einer schwachen Seifenlösung. Lose Anstrichteile müssen vollständig entfernt werden. Vor dem Renovationsanstrich muss der Holzuntergrund sauber und trocken sein.

Freigelegtes Holz sollte mit Samicolor®  KWR (LIGNUM Gütezeichen) imprägniert werden, bevor es 1 -2 x mit Samicolor® Lasur oder Solid überstrichen wird. Je nach Witterungsverhältnissen kann die Trocknungszeit ca. 2 bis 3 Tage dauern.

Stark verwitterte Oberflächen
Stark verwitterte und vergraute Oberflächen müssen gründlich gereinigt werden. Vergraute Stellen sind abzuschleifen. Das freigelegte Holz sollte mit Samicolor® KWR imprägniert werden, bevor es 1 - 2 x mit Samicolor®  Lasur oder Solid überstrichen wird.

Als zusätzlichen Wetterschutz kann Samicolor® NanoFinish aufgebracht werden.

5. Renovationsintervalle
Bei regelmässiger Pflege (jährlich) und in Abhängigkeit der Intensität der Bewitterung sind folgende Instandsetzungsintervalle von Beschichtungen zu erwarten.

Beschichtungssystem  Aussenraum-Freiluftklima Freiluftklima
   Klima mit Vordach  ohne Vordach
Farblose, gering pigmentierte System 5 Jahre 1 Jahr <1 Jahr
Dünnschichtlasuren, ausreichend pigmentiert 8-10 Jahre 2-3 Jahre 1-2 Jahre
Dickschichtlasuren ausreichend pigmentiert 10-12 Jahre 4-5 Jahre 2-3 Jahre
Deckende Lacke ohne fungizide Grundierung 12-15 Jahre 3-4 Jahre 2-3 Jahre
Deckende Lacke mit fungizider Grundierung 12-15 Jahre 5-8 Jahre 4-5 Jahre

Diese Angaben entsprechen dem heutigen technischen Stand und sollen Sie beraten. Fabtondifferenzen gegenüber Muster sind möglich (Holzbeschaffenheit etc.). Prüfresultate sind Mittelwerte aus Laborversuchen und praktischen Anwendungen. In speziellen Fällen sind Eigenversuche unbedingt erforderlich. Aus den vorstehenden Angaben können keine Garantieansprüche abgeleitet werden, da Anwendungen und Verarbeitung der Produkte ausserhalb unserer Kontrolle liegen. Allfällige Haftung beschränkt sich maximal auf den Wert, der von uns gelieferten und eingesetzten Ware. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unseren technischen Dienst.

Text zur Verfügung gestellt von:

Hans- U. Kipfer
Dipl. Ing. Holztechnik

 

 
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